Nur ein Volks-Ja rettet das Hallenbad in Speicher

Am 17. Mai wird in Speicher darüber abgestimmt, ob sechs Millionen in die Sanierung des Bades investiert werden sollen. Ohne eine Renovation hält es nur noch zwei Jahre.

Astrid Zysset
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Das Hallenbad in Speicher hat das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Die Frage ist nun: Wird es saniert?

Das Hallenbad in Speicher hat das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Die Frage ist nun: Wird es saniert?

Bild: Colin Frei

Das Hallenbad in Speicher hat das Ende seiner Lebensdauer erreicht. Wie Gemeinderätin Claudia Neff Koller an der Bürgerversammlung «Forum» vergangenen Mittwochabend im Buchensaal ausführte, könnte das Bad ohne Sanierungsmassnahmen noch zwei Jahre weiterbetrieben werden. Höchstens. «Wie schlimm es um das Bad steht, hat uns schockiert», so Neff weiter. Im Rahmen der vergangenen Revision wurde eine Zustandsbeurteilung vorgenommen, die das Ausmass der Schäden zu Papier brachte. Die Kostenschätzung von sechs bis sieben Millionen Franken, die notwendig wären, um das Hallenbad wieder auf einen langfristig betriebsfähigen Stand zu bringen, hat den Gemeinderat ebenfalls kalt erwischt. «Wir hatten mit dreimal weniger gerechnet», so Neff.

Das Hallenbad in Speicher wurde 1978 eröffnet. Vor zwölf Jahre wurde das Becken neu gefliest, die Decke ersetzt und die Wände gestrichen. Als «grössere Unterhaltsarbeiten», umschrieb Neff diese Massnahmen. «Man hat den Eindruck, hier ist alles neu gemacht worden», führte sie aus. Geschuldet sei dies aber der Erneuerung der Gebäudehülle, welche vor vier Jahren vorgenommen wurde. Im Untergeschoss sehe es anders aus. Dort seien Gebrauchsspuren und Alterserscheinungen sichtbar. Mehr noch: Der Beton ist teilweise abgeplatzt. Fachleute hatten im Rahmen der Revision veranlasst, dass das Becken gestützt werden müsse. Gemäss Neff nehmen zudem Störungen laufend zu. Ein Grossteil der Technik ist 42 Jahre alt, Ersatzteile seien nur noch schwierig zu bekommen. «Unterhaltsarbeiten wurden immer geleistet. Auch die Wasserqualität war hier in Speicher stets ausgezeichnet», sagte Neff. Doch der Zahn der Zeit nagt unaufhörlich am Hallenbad. So wird das Wasser nach wie vor mit Chlorgas aufbereitet. Eine Technik, die in den 70er-Jahren üblich war. Eine Umstellung auf eine Alternative wurde noch nicht vorgenommen.

Kann sich Speicher die Sanierung leisten?

Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob sich Speicher die Sanierung leisten will oder nicht. Um dies zu erfahren, findet am 17. Mai eine Grundsatzabstimmung statt: Hallenbad – ja oder nein. «Es geht um viel Geld», so Neff. Alleine das Vorprojekt würde 80000 bis 100000 Franken kosten. Eine Zweitmeinung zur Kostenschätzung besagt, dass die sechs bis sieben Millionen Franken eher tief angesetzt wurden. Doch kann sich Speicher diese Ausgabe überhaupt leisten? Gemäss Gemeindepräsident Paul König sieht das Gemeindebudget ein Investitionsvolumen von bis zu 35 Millionen Franken für die nächsten zehn Jahre vor, ohne dass die Verschuldung zu stark ansteigen würde oder die Steuern erhöht werden müssten. Worin investiert wird, muss nun evaluiert werden. Das Hallenbad weist den dringendsten Renovationsbedarf aller Gemeindeliegenschaften aus. Eine Etappierung der Sanierung sei nicht möglich. «Wasseraufbereitung, Becken, Strom – alles hängt miteinander zusammen», so Neff. Kurzum: Es geht um alles oder nichts. Einzelne Bürgerinnen und Bürger bemängelten am «Forum», dass nur die Kostenseite betrachtet werde. Den Beitrag an der Volksgesundheit, den das Bad leiste, käme zu kurz. Neff entgegnete, dass genau diese Diskussion nun geführt werden müsse. Die Gemeinde liefere die Fakten. Ob es der Bevölkerung wert sei, das Hallenbad zu diesen Kosten zu erhalten, sei nun Gegenstand der öffentlichen Meinungsbildung. Es folgen weitere Versammlungen, ein Tag der offenen Tür wie auch das Edikt. Sollte sich die Bevölkerung gegen einen Weiterbetrieb des Hallenbades entscheiden, wird es umgenutzt. Sprich: Es wird in die Arealentwicklung Buchen einbezogen. Was dann dort entstehen soll, ist ungewiss und könnte gemäss Neff eine Verwaltung, Kinderbetreuungsangebote wie auch Kindergärten umfassen.