Statt Zwischenschauen gibt’s für die Appenzeller Schafe per sofort Hausbesuche

An der 22. Delegiertenversammlung beschliessen die Appenzeller Schafzüchter eine Konzeptänderung. Neu sollen Hauspunktierungen durchgeführt werden. Der Wolf ist auch bei den Appenzeller Züchtern ein Thema.

Drucken
Teilen
Verbands-Präsident Sepp Sennhauser mit den beiden geehrten langjährigen Vorstandsmitgliedern Ventur Wildhaber und Hesi Zellweger.

Verbands-Präsident Sepp Sennhauser mit den beiden geehrten langjährigen Vorstandsmitgliedern Ventur Wildhaber und Hesi Zellweger.

Bild: PAG

Die Schafzwischenschauen in Teufen und Wolfhalden wird es künftig so nicht mehr geben. Stattdessen sollen ab diesem Jahr Hauspunktierungen vorgenommen werden. Dies haben die 30 Delegierten des Appenzellischen Schafzuchtverbandes unter Präsident Sepp Sennhauser am Freitagabend an der 22. Delegiertenversammlung im Restaurant Säntisblick in der Zürchersmühle entschieden. Den Antrag auf Hauspunktierungen stellte der Schafzuchtverein Wald unter Präsident Hans Hohl. Durch eine Punktierung erhalten Züchter Bundesbeiträge von bis zu elf Franken pro Tier. Der Schafzuchtverein Wald ist der Ansicht, dass eine Punktierung auf dem Zuchtbetrieb eine ökologisch wie finanziell sinnvolle Lösung ist. Die Transportwege entfielen ebenso wie der Stress für die Beteiligten. Zudem sei diese Methode wetterunabhängig. Seit Anfang Jahr müssen Schafhalter sämtliche Geburten, Zu- und Abgänge, Ein- und Ausfuhren sowie den Tod von Schafen bei der Tierverkehrsdatenbank melden. Diese Pflicht entfiele gemäss Hohl ebenfalls. Gegen eine Hauspunktierung sprach sich unter anderem Alfred Scheuss aus.

«Es darf nicht sein, dass die Experten für ein oder zwei Tiere einen solchen Aufwand betreiben.»

Scheuss sass bis 2016 während zehn Jahren im Verbandsvorstand. Bei Züchtern mit vielen Tieren sei die Hauspunktierung gerechtfertigt. Aber man müsse eine Grenze festsetzen. Gemäss Sennhauser müssen nun erste Erfahrungen gesammelt werden und danach ein Resümee ziehen zu können.

Zwei langjährige Vorstandsmitglieder geehrt

Die Schauen bewegten allgemein: Einige Züchter machen sich Sorgen um die sinkende Teilnehmerzahl. «Wenn wir immer mehr Schauen machen, nehmen wir uns gegenseitig die Züchter weg», so eine Wortmeldung. Wie Sennhauser ausführte, erfreuen sich vor allem die Schafschauen in Teufen grosser Beliebtheit und belegten bei den Auffuhrzahlen schweizweit einen Spitzenrang. Der Wolf beschäftigt auch die Appenzeller Schafzüchter. Sennhauser ermahnte die Anwesenden:

«Wir sind angehalten, unsere Schafe im Freien mit strombetriebenen Netzen zu schützen und nachts feste Schafunterstände zu schützen.»

Nur so sei garantiert, dass die öffentliche Hand für die Schäden aufkomme. Auch Regierungsrat Dölf Biasotto rief zur «nötigen Achtsamkeit» auf.

An der Versammlung wurden zwei langjährige Vorstandsmitglieder verabschiedet und zu Ehrenmitgliedern ernannt. Für Ventur Wildhaber, «den Mann der ersten Stunde», übernimmt Robert Gantenbein das Amt des Kassiers. Revisor Hesi Zellweger wird durch Sascha Frey ersetzt. Die Jahresrechnung weist Einnahmen von rund 18890 Franken und Ausgaben von 24700 Franken aus.