Teures Blitzgewitter: Der neue teilstationäre Radarkasten in Grub schoss in der ersten Woche viele Fotos

In Grub steht ein teilstationärer Blitzer. Seine erste Woche im Dienst war besonders anstrengend. Die Anzahl geblitzter Autofahrer hat sich aber verringert. Das sei normal, denn jetzt wissen die Fahrzeuglenker über den Blitzer Bescheid, weiss Mediensprecher Hanspeter Saxer von der Ausserrhoder Kantonspolizei.

Janine Bollhalder
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Blitzer gibt es in unterschiedlichen Formen und für unterschiedliche Zeit an einem Standort.

Blitzer gibt es in unterschiedlichen Formen und für unterschiedliche Zeit an einem Standort.

Hanspeter Schiess

Ein helles Licht blitzt auf. Der erschrockene Blick auf den Tacho zeigt: zu schnell unterwegs. So ist es vier von 100 Autofahrern ergangen, die in Grub Bekanntschaft mit dem neuen, teilstationären Blitzer gemacht haben.

So fleissig wie in seiner ersten Woche hat der Geschwindigkeitsmesser in Grub aber nicht mehr blitzen müssen. «Innerhalb einer Woche sank dieser Wert erfreulicherweise auf ein Prozent der Kontrollierten», sagt Mediensprecher der Ausserrrhoder Kantonspolizei, Hanspeter Saxer. Er weiss aus Erfahrung, dass der Wert noch weiter sinken wird. Ob die Position des Blitzers speziell dazu verleitet, zu schnell zu fahren, kann Saxer nicht sagen. Für ihn ist aber klar: Die Fahrzeuglenker merken sich die Standorte der Blitzer. Auch der semistationären Installationen.

Bremsen vor den bekannten Blitzern

Der Blitzer, der sich aktuell in Grub befindet, wird in absehbarer Zeit an einem neuen Standort für das Einhalten der Geschwindigkeitsregeln sorgen. Wie auch ein zweites teilstationäres Gerät der Kantonspolizei Ausserrhoden. Im Kanton gibt es auch noch drei stationäre Geschwindigkeitsmessgeräte. Sie befinden sich seit mehr als zehn Jahren fest montiert an ihren jeweiligen Standorten in Heiden, Teufen und Herisau. Mediensprecher Hanspeter Saxer sagt:

«Die Blitzer sind entsprechend bekannt. Das heisst, die Geschwindigkeit wird an jenen Stellen sehr gut eingehalten»
Hanspeter Saxer, Mediensprecher der Kantonspolizei Ausserrhoden

Hanspeter Saxer, Mediensprecher der Kantonspolizei Ausserrhoden

Fabio Baranzini

Die Positionierung der Blitzer bedarf der Beachtung diverser Kriterien. Saxer erklärt: «Neben verkehrssicherheitspolizeilichen Kriterien sind es auch technische Aspekte, welche berücksichtigt werden müssen.»

Die Einnahmen der Blitzer in Appenzell Ausserrhoden im vergangenen Jahr belaufen sich auf rund drei Millionen Franken. «Für das laufende Jahr gehen wir von einem Bussenertrag in ähnlicher Höhe aus», sagt Mediensprecher Hanspeter Saxer.

Im Durchschnitt muss die Kantonspolizei Ausserrhoden jährlich zwischen 35000 und 40000 Personen wegen einer Geschwindigkeitsübertretung zur Rechenschaft ziehen.

Hanspeter Saxer sagt: «Mehrheitlich handelt es sich dabei aber um Übertretungen, die in einem Ordnungsbussenverfahren erledigt werden können.»

Das trifft aber nicht auf alle Fälle zu. Es gibt auch schwerwiegendere Geschwindigkeitsübertretungen: Im vergangenen Jahr wurde die höchste Tempoüberschreitung im Ausserortsbereich gemessen. «Wir mussten einen Lenker zur Anzeige bringen, der die zulässige Geschwindigkeit nach Abzug der Toleranz um 77 Kilometer pro Stunde überschritten hat.» Saxer erinnert sich auch noch an die höchste Tempoüberschreitung, vor vier Jahren in Herisau. 

«Der Motorradfahrer war innerorts mit einer Geschwindigkeit von über 150 Kilometer pro Stunde unterwegs.»