Gastronomie
Ein Franzose im Appenzeller Vorderland: Bekannter Koch übernimmt Wiege des Kurtourismus

Eric Dufeu leitet seit kurzem das Restaurant Mineralbad oberhalb von Heiden. Der französische Chefkoch war vorher unter anderem im «Bären »Hundwil aktiv.

Isabelle Kürsteiner
Drucken
Teilen
Eric Dufeu an einem Tisch im «Mineralbad». Der Gastronom ist auch ausserhalb der Ostschweiz bekannt.

Eric Dufeu an einem Tisch im «Mineralbad». Der Gastronom ist auch ausserhalb der Ostschweiz bekannt.

Bild: Isabelle Kürsteiner

Das Restaurant Mineralbad oberhalb von Heiden ist eine der ältesten Wirtschaften im Appenzellerland und gilt als Wiege des Appenzeller Kurtourismus. Schon im Jahr 1463 wurde die Heilquelle Unterrechstein erstmals erwähnt. Als Badeort diente eine überaus einfache Behausung, die im Verlauf der Jahrhunderte zum eigentlichen Gasthaus mit Wannenbädern im Untergeschoss ausgebaut wurde. Zuletzt war im Gebäude eine Pizzeria, ehe einige Zeit leer stand. Neu ist das Restaurant Mineralbad unter der Regie des Appenzeller Heilbads wieder geöffnet, jeweils von Mittwoch bis Samstag von 18 Uhr bis derzeit 23 Uhr.

Ehemalige «Rössli»-Wirtin auch dabei

Die Leitung des «Mineralbads» obliegt seit kurzem Eric Dufeu, der über die Grenzen der Ostschweiz hinaus bekannter Küchenchef. Bisher war der Franzose bekannt durch seine prägenden Kreationen im «Bären» in Hundwil. Mit Maria Gmünder, der stellvertretenden Betriebsleiterin des Appenzeller Heilbads, wirkt die ehemalige Wirtin des «Rössli» am Kaien im Hintergrund mit.

Sich gemütlich bei einem Apéro oder einem Getränk in der traditionellen Appenzellerstube treffen oder für Heilbad-­Stammgäste das Erlebnis vis-à-vis bei einem Glas ausklingen lassen, ist im «Mineralbad» genauso möglich wie essen. Eine kleine aber feine Speisekarte mit saisonaler und regionaler Küche lädt zum Geniessen und Verweilen ein. Die Gaststube ist luftig und hell. Dazu Maria Gmünder: «Die Tische sind grosszügig gestellt, sodass sich die Leute hier wohlfühlen. Und so hat es in der heutigen Covid-19-Zeit genügend Platz und Freiraum. Die ersten Tage nach der Eröffnung haben dies eindrücklich bewiesen.»

Auch für Familien geeignet

Das «Mineralbad» zeichnet sich durch ein gutes Preis-Leistungs-­Verhältnis aus. Es gibt einfache und preiswerte Gerichte wie etwa den selbstgemachten Käsefladen, den es bereits zuvor im Bistro des Appenzeller Heilbades gab, aber auch exquisite Mehrgänger. Wozu auch entsprechende Weine kredenzt werden können. «Wir benützen frische, regionale Zutaten, somit entstehen leckere Speisen, auch vegetarische. Natürlich sind Familien bei uns herzlich willkommen, weshalb wir eine Kinderkarte führen», sagt Marie Gmünder. Und sie fügt an: «Ganz wichtig ist uns, die Region zu berücksichtigen. So werden wir auch Themenabende mit regionalen Kulturschaffenden abhalten.»

Speziell ist im neuen «Mineralbad» ausserdem das «Guggfenschterli» zur Küche, wo Eric Dufeu seine Gäste auch während seiner Arbeit begrüssen und verabschieden kann.