Starker Auftritt zum Auftakt

Tolle Stimmung, tolles Spiel: Der SC Herisau gewinnt zum Saisonstart beim Gruppenfavoriten Dübendorf mit 4:2. Die Zürcher verzeichneten lange ein Chancenplus, doch die Appenzeller überzeugten mit Effizienz.

Patrik Kobler
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eishockey. In der Vorbereitung hatte der SC Herisau in Dübendorf noch mit 4:10 verloren. Gegen den Gruppenfavoriten der 1. Liga, Gruppe Ost, durfte zum Saisonspiel deshalb nicht unbedingt ein Erfolg erwartet werden. Auch wenn sich die Appenzeller auf diese Saison hin mit einem Dutzend neuer Spieler verstärkt haben.

Qualität verpflichtet

Der neue «Atomblock» setzte sich sogleich gefährlich in Szene. Bereits in der zweiten Spielminute brachte Gian-Carlo Hendry die Gäste in Front.

In der letzten Saison spielte der Bündner noch mit Lausanne um den Aufstieg in die höchste Schweizer Liga. Jetzt verstärkt er mit seiner Spielübersicht die Appenzeller. Als Passgeber dienten beim Führungstreffer zwei weitere Neuverpflichtungen, Captain Daniel Steimer und Patrick Krüger. Auch im Vorbereitungsspiel führten die Gäste früh mit zwei Toren, am Schluss kassierten sie aber doch eine Klatsche. Am Samstag lief es besser, wenngleich die Zürcher zwei Drittel lang ein Chancenplus verzeichneten.

Immer wieder scheiterten sie jedoch am neuen SCH-Goalie Yves Hermann, der eine gute Leistung zeigte. Trainer Patrick Henry war zufrieden mit ihm. Aber genau solche Leistungen erwartet man von den Zuzügen.

Die Steigerung gegenüber dem Vorbereitungsspiel kam für Henry nicht unerwartet. Damals sei die Mannschaft müde vom Trainingslager angetreten. Am Samstag startete sein Team hingegen ausgeruht und konzentriert in die Partie.

Es wurde sofort ersichtlich, dass die Hinterländer gegenüber der letzten Saison an Qualität dazugewonnen haben. Das Spiel ist technisch gepflegt und auch körperbetont. Vor allem die Nummer 10, Adrian Mundwiler, fiel mit guten Checks auf. Der Zuger Elite-Junior ist mit einer B-Lizenz ausgestattet und spielte zusammen mit seinem Teamkollegen Simon Schnüriger erstmals für die Appenzeller. Dies ohne vorgängig je mit den Mitspielern trainiert zu haben. Einige taktische Anweisungen vor dem Spiel mussten genügen.

Henry: «Junioren auf diesem Niveau können fast jedes System der Welt spielen.» Mundwiler war auch für die schönste Aktion des Abends besorgt. In der 54. Minute tankte er sich sehenswert durch die Dübendorfer Hintermannschaft und erzielte den Treffer zum 4:2 für die Hinterländer. Es war zugleich die Entscheidung in einem Spiel, das ebenso gut mit einem Erfolg der Dübendorfer hätte enden können. Das musste auch Henry anerkennen: «Es war ein schwieriger Match gegen einen starken Gegner.

» Sein Team habe zwei Drittel lang zu wenig sachlich gespielt; die Scheibe sei zu wenig schnell gelaufen. Dennoch gelang es den Hinterländern kurz vor Ende des Mitteldrittels unter glücklichen Umständen in Führung zu gehen. Vlk stürmte in der 39. Minute aufs Tor los; als er zum Mitspieler passte, prallte die Scheibe an Gästeverteidiger Widmer ab und landete hinter der Linie.

Trainer schwärmt

Im letzten Drittel zeigten die Herisauer dann eine starke Leistung, mit der auch der Trainer vollauf zufrieden war. Sie kreierten mehrere torgefährliche Szenen. Unter anderem in der 46. Minute, als Hendry nur noch mit unerlaubten Mitteln zu stoppen war. Das Verdikt des Schiedsrichters: Penalty. Der Gefoulte verwertete souverän zum 3:1. In der 51. Minute gelang Prader zwar noch einmal der Anschlusstreffer, zu mehr reichte es aber nicht mehr. Und so durften die rund fünfzig mitgereisten Appenzeller Fans jubeln.

Sie sorgten mit ihrer lautstarken Unterstützung für eine stimmungsvolle Kulisse. Henry schwärmte: «Diese Unterstützung ist immer wieder faszinierend.» Das mache den SCH zu einem speziellen Verein.

EHC Dübendorf – SC Herisau 2:4 (1:1, 0:1, 1:2) Chreis. – 525 Zuschauer. – Sr. Meyer, Schocher/Blatti. Tore: 2. Hendry (Steimer, Krüger) 0:1. 15. Dittli (Müller) 1:1. 39. Vlk 1:2. 46. Hendry (per Penalty) 1:3. 51. Prader 2:3. 54. Mundwiler (Steimer) 2:4. Dübendorf: Sarkis; Meichtry, Reichart; Eichmann, Brönnimann; Lohrer, Stettler; Sommer, Riatsch, Prader; Vollenweider, Widmer, Gruber; Tiegermann, Genoni, Nikolic; Thür, Wüst, Dittli. Herisau: Hermann; Diener, Homberger; Schnüriger, Schuster; Schumacher, Diacon; Mundwiler, Vlk, Dolana; Rothen, Engler, Zbinden; Steimer, Hendry, Krüger. Strafen: Dübendorf 8mal 2 Minuten, Herisau 6mal 2 Minuten, plus je 10 Minuten Disziplinarstrafe für Hermann (unsportliches Verhalten) und Zbinden (Check von hinten). Bemerkungen: Herisau ohne Butty (gesperrt) und Fisch (verletzt).