«Standort Flooz für die Heizzentrale ist gegeben»

In Wattwil soll ein Wärmeverbund mit einem Holzheizkraftwerk realisiert werden. Das Ziel ist es, elf Millionen Kilowattstunden im Jahr abzusetzen. Bisher liegen erst Zusagen über die Abnahme von 72 Prozent dieses Werts ein. Der Verwaltungsratspräsident der Thurwerke, Thomas Grob, will das Projekt dennoch realisieren.

Martin Knoepfel
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Es hiess, der geplante Fernwärmeverbund in Wattwil sei erst rentabel, wenn Zusagen über die Abnahme von elf Millionen Kilowattstunden im Jahr vorliegen würden. Bisher haben Sie Zusagen über 8,5 Mio. Kilowattstunden. Wird das Projekt unter diesen Umständen überhaupt realisiert werden?

Thomas Grob: Die Initianten sind der Meinung, dass man das Projekt auch starten kann, wenn die Zusagen von Abnehmern das Ziel nicht erreichen. Im Moment sind wir daran, die Kosten genauer zu analysieren, um die Grenze der Machbarkeit ausloten zu können. Die Kosten des Fernwärmenetzes hängen unter anderem von der Länge des Netzes und von der Auslegung der Heizzentrale ab.

Heisst dass, dass zwecks Kostenreduktion der Standort des Heizkraftwerks näher zum Zentrum Wattwils verlegt wird?

Grob: Nein. Der Standort Flooz für die Heizzentrale ist gegeben.

Wird in diesem Fall die Heizzentrale redimensioniert werden?

Grob: Man kann noch nicht sagen, ob die Heizzentrale wegen der tieferen Nachfrage redimensioniert wird. Was die Kosten des Leitungsnetzes angeht, haben wir wir in der ursprünglichen Machbarkeitsstudie Annahmen getroffen, wie viele Häuser man anschliessen wird.

Wird die Fernwärmeleitung nicht bis zur Rietwiesbrücke geführt, um die Länge des Fernwärmenetzes reduzieren zu können?

Grob: Nein. Es ist weiter geplant, die Wärmeleitung bis zur Rietwiesbrücke zu führen.

Wann fällt der Entscheid, ob und wie das Projekt realisiert wird?

Grob: Das dürfte ungefähr Ende März der Fall sein. Wir sind auf gutem Weg. Dazu kommt noch, dass das Projekt vom seit dem vergangenen Donnerstag schwächeren Euro profitieren würde, denn ein Teil der Komponenten würde aus dem Euro-Raum stammen.

Wo würde die Fernwärmeleitung auf dem Weg vom Flooz zum Wattwiler Siedlungsgebiet verlaufen? Wenn es in der Wilerstrasse sein soll, muss die Leitung dieses Jahr und 2016 erstellt werden, weil der Kanton die Wilerstrasse saniert und danach für 15 bis 20 Jahre nicht mehr aufreissen will.

Grob: Dessen sind wir uns bewusst. Wir sind im Kontakt mit dem Kanton.

Im letzten halben Jahr hat sich der Ölpreis in US-Dollar gerechnet ungefähr halbiert. Wirkt sich das auf das Interesse der potenziellen Kunden am Wattwiler Fernwärmeprojekt aus?

Grob: Nein. Es hat keine Rückzieher von Kunden gegeben, obwohl einige Kunden durch die Entwicklung des Ölpreises verunsichert sind Viele Kunden haben genug vom ständigen Auf und Ab des Ölpreises. 2008 sind die Schwankungen des Ölpreises sogar noch grösser gewesen als dieses Jahr.

Bekannt ist, dass die Gemeinde Wattwil wie auch die Schule Fernwärme abnehmen wollen. Wie gross ist der Anteil der öffentlichen Hand und wie gross derjenige der privaten Hausbesitzer an den 8,5 Millionen Kilowattstunden, für die es Zusagen gibt?

Grob: Die öffentliche Hand, der Kanton eingeschlossen, nimmt ungefähr 50 Prozent der erzeugten Wärme ab.