Ständerat: Fässler will nicht

Eine Gruppe Innerrhoder Bürger schlägt der Landsgemeinde Daniel Fässler als Ständeratskandidaten vor. Dieser jedoch winkt ab. Der amtierende Ivo Bischofberger leiste gute Arbeit, sagt Fässler. Er stelle sich deshalb nicht zur Verfügung.

Roger Fuchs
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appenzell. Letzte Woche hat die Innerrhoder SVP an ihrer Landsgemeindeversammlung einen Angriff auf den amtierenden Ständerat Ivo Bischofberger lanciert. Dieser sei mehr CVP-Parteilsoldat, als dass er die Interessen des Kantons vertrete, wurde moniert. Als Alternative genannt wurde unter anderem der regierende Landammann Daniel Fässler. Auch in einem in der heutigen Zeitung publizierten Leserbrief (Seite 43) wird dieser wiederum erwähnt. Jetzt bezieht der Angesprochene Stellung. «Es ist überhaupt nicht in meinem Sinn, dass Ivo Bischofberger dermassen angegriffen wird», so der Landammann.

Brief von SVP-Mitgliedern?

Den heutigen Leserbrief haben acht Personen unterzeichnet. Es handle sich um Bürger Innerrhodens, und es tue nichts zur Sache, welcher Partei diese angehörten, so der Erstunterzeichnende Martin Ebneter. Dass dieser im Kantonalvorstand der SVP AI sitzt, kann der Partei-Website entnommen werden. Ebenfalls unter den Unterzeichnenden findet sich Michael Rusch, Präsident der Jung-SVP. Die Parteizugehörigkeit der sechs weiteren Unterzeichner – so denn eine besteht – will Ebneter nicht offenlegen.

Zwei Möglichkeiten

Sollte Daniel Fässler an der Landsgemeinde tatsächlich als Gegenkandidat zu Ivo Bischofberger aus dem Ring heraus genannt werden, so hätte er, sagt Fässler, zwei Möglichkeiten. «Ich könnte die Entscheidung dem Stimmvolk überlassen und die weitere Abwicklung besagten Geschäfts dem stillstehenden Landammann übergeben.» Als Variante «zwei» verweist Daniel Fässler auf die in der Kantonsverfassung in Artikel 18 festgehaltene Amtspflicht von acht Jahren für öffentliche Ämter. Er unterstünde aufgrund seiner bisherigen Laufbahn diesem Zwang nicht mehr, so Fässler, und könnte den Landleuten gegenüber kundtun, sich nicht zur Wahl zu stellen. «Ich befürworte klar diese zweite Variante und stehe nicht als Sprengkandidat zur Verfügung», sagt der regierende Landammann.

Kritik zur Kenntnis genommen

Ivo Bischofberger selbst hat von der Kritik Kenntnis genommen, sagt auf Anfrage aber nur so viel: Er sehe sich eindeutig als Kantonsvertreter, was auch die Reaktionen aller Verbände und Parteien mit Ausnahme der SVP dokumentierten. Dass die SVP ihn nun mit martialischem Vokabular – Stichwort «Parteisoldat» – zum Sturz bringen will, führt Bischofberger auf sein Abstimmungsverhalten bei eidgenössischen Vorlagen wie der Minarett- oder Ausschaffungsinitiative zurück, wo er nicht im Sinne der SVP gestimmt habe.

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