Stabile Sozialhilfequote in Ausserrhoden: Fast ein Viertel aller Einelternfamilien werden unterstützt

2019 haben in Ausserrhoden 1289 Personen mindestens einmal eine finanzielle Leistung der wirtschaftlichen Sozialhilfe erhalten. Die Sozialhilfequote liegt mit 2,3 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres. Aussagen zu den Auswirkungen der Covid-19-Krise sind erst Ende 2021 möglich.

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Fast ein Viertel aller Einelternfamilien im Kanton wurde von der Sozialhilfe unterstützt.

Fast ein Viertel aller Einelternfamilien im Kanton wurde von der Sozialhilfe unterstützt.

Bild: PD

Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Anzahl Personen in Ausserrhoden, die 2019 mindestens einmal eine finanzielle Leistung der wirtschaftlichen Sozialhilfe erhalten haben, praktisch unverändert. Das teilte die Kantonskanzlei am Freitag mit. Mit 1289 Personen nahm die Anzahl um 9 zu. Die Sozialhilfequote lag bei 2,3 Prozent und damit weiterhin unterhalb der gesamtschweizerischen Quote von 3,2 Prozent.

Kinder und Jugendliche mit überdurchschnittlichem Risiko

Die Bevölkerungsgruppen, welche gemessen an ihrem Anteil an der Bevölkerung besonders häufig Sozialhilfe bezogen, blieben unverändert: Kinder und Jugendliche (Sozialhilfequote von 3,9 Prozent), Geschiedene (3,5 Prozent) sowie Personen mit ausländischer Nationalität (7 Prozent) hatten ein überdurchschnittliches Sozialhilferisiko. Dies entspricht den Risikogruppen auf der Ebene Schweiz.

Betrachtet man die Entwicklung der Sozialhilfequoten der letzten vier Jahre nach Altersklassen, so zeigt sich für Personen zwischen 26 und 35 Jahren eine Zunahme des Sozialhilferisikos. Der in den letzten Jahren starke Anstieg in der Altersgruppe der 56 bis 64-Jährigen hat sich 2019 nicht fortgesetzt. Die Quote blieb laut Mitteilung bei 1,7 Prozent.

Einelternfamilien besonders betroffen

Kinder und Jugendliche hatten mit einer Quote von 3,9 Prozent gegenüber allen anderen Altersgruppen ein erhöhtes Sozialhilferisiko. Von den 392 Kindern und Jugendlichen in der Sozialhilfe lebten knapp 54 Prozent der Minderjährigen in Einelternfamilien, 36 Prozent in Zweielternfamilien. Der hohe Anteil an Einelternfamilien in der Sozialhilfe zeigte sich auch an deren Haushaltsquote. Fast ein Viertel aller Einelternfamilien im Kanton wurde von der Sozialhilfe unterstützt. Wie auch schweizweit waren im Kanton über 93 Prozent aller Einelternfamilien Frauen mit einem oder mehreren Kindern. Über die Hälfte der Erziehungsberechtigten in Einelternfamilien (53 Prozent) waren als Nichterwerbspersonen klassifiziert, knapp ein Drittel (29 Prozent) waren erwerbstätig. Letztere arbeiteten vor allem Teilzeit, nur 5 Prozent arbeiteten Vollzeit. Bei Zweielternfamilien ist das Sozialhilferisiko deutlich geringer, die Haushaltsquote betrug nur 1,2 Prozent.

Die Zahlen 2019 bei der Alimentenbevorschussung zeigen, dass die Quote nochmals leicht gesunken ist, von 0,63 im Vorjahr auf aktuell 0,58 Prozent. Damit liegt sie auf einem neuen Tiefstand seit 2012. Dieselbe Tendenz zeigt sich auf schweizerischem Niveau.

Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die Sozialhilfe

«Anhand der Sozialhilfestatistik seien noch keine Aussagen zu den möglichen Auswirkungen der Covid-19-Krise auf die Sozialhilfe möglich, heisst es in der Mitteilung. Die Daten für 2020 liegen erst Ende 2021 vor. Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) beobachtet hingegen anhand eines Monitorings die Entwicklung der Fallzahlen in verschiedenen kantonalen, regionalen und kommunalen Sozialdiensten. Diese indexierten Fallzahlen zeigen, dass zu Beginn der Krise ein leichter Anstieg der Fälle bemerkbar war, diese aber Ende November 2020 wieder auf dem Niveau des Vorjahres lagen. Aus Ausserrhoden beteiligt sich die Gemeinde Herisau an diesem Monitoring.» (red/kk)