Stabil dank solider Entwicklung

An der diesjährigen Versammlung der Dorfkorporation Wattwil bestimmten die Bürger über wenig Neues. Trotz gutem Geschäftsverlauf musste sich Verwaltungsratspräsident Thomas Grob am Mittwochabend aber auch der Kritik stellen.

Stefan Feuerstein
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Thomas Grob ist im Verwaltungsrat der Dorfkorporation Wattwil sowie der Thurwerke AG: Interessenkonflikt oder Vorteil? (Bild: Stefan Feuerstein)

Thomas Grob ist im Verwaltungsrat der Dorfkorporation Wattwil sowie der Thurwerke AG: Interessenkonflikt oder Vorteil? (Bild: Stefan Feuerstein)

WATTWIL. 36 der insgesamt 3333 Stimmberechtigten waren am Mittwoch im Thurpark, um über den Geschäftsverlauf der Dorfkorporation Wattwil sowie ihrer Tochterunternehmung, der Thurwerke AG, zu befinden. In seinem Jahresrückblick hatte Verwaltungsratspräsident Thomas Grob vor allem Positives zu berichten: «Die Dorfkorporation profitiert wie viele andere Unternehmungen von der soliden Entwicklung der Schweiz.» So konnten sowohl die Thurwerke AG als auch ihre Muttergesellschaft ein gutes Jahresergebnis erzielen – dies trotz deutlich mehr Verwaltungsaufwand wegen zusätzlicher Projekte. Die Thurwerke AG erzielte einen Gewinn in Höhe von rund 17 000 Franken, was einem Wachstum um 20 Prozent entspricht. Insgesamt erreichte die Dorfkorporation Wattwil einen Ertragsüberschuss von 213 000 Franken, die laut Beschluss in die stillen Reserven fliessen.

Steigende Nachfrage

Wie aus dem Jahresbericht hervorgeht, war 2012 grösstenteils geprägt von üblichen Vorfällen – es kam zu einigen kleineren und grösseren Leitungsbrüchen, die aber schnell behoben werden konnten. «In Krinau realisierten wir die Sanierung der Quellfassung Feldmoos», berichtete Thomas Grob. «Damit konnte ein grosses und für uns wichtiges Projekt abgeschlossen werden.» Daneben wurden in Wattwil auch zahlreiche neu Hausanschlüsse erstellt, sowie bestehende saniert – die Absatzzahlen des Wassers stiegen das zweite Mal in Folge. In der Kommunikationsversorgung stand der Umbau des Netzes auf Glasfasern im Vordergrund. «Dieses Projekt begleitet uns schon länger – im vergangenen Jahr wurde der Ausbau nochmals intensiv vorangetrieben.» Die Anzahl der Grundanschlüsse in diesem Geschäftsbereich war aufgrund der Konkurrenz leicht rückläufig, Zusatzdienste wie Internet und Telefonie hingegen profitierten von einer steigenden Nachfrage.

Kritik am Verwaltungsrat

Obwohl alle Abstimmungen entsprechend den Anträgen des Verwaltungsrates ausfielen, gab es Kritikpunkte. Wie schon bei der letzten Korporationsversammlung, bemängelte ein Bürger, dass der Verwaltungsrat der Dorfkorporation Wattwil mit jenem der Tochtergesellschaft Thurwerke AG identisch sei – damit seien Interessenkonflikte vorprogrammiert. Zudem stelle sich auch die Frage nach der bisher ausbleibenden Auszahlung einer Dividende für das Aktienkapital. Verwaltungsratspräsident Thomas Grob stellte der Kritik Vorteile durch die Nutzung von Synergien gegenüber: «Zudem ist uns der Ausbau der Versorgungsleistung wichtiger als die Auszahlung einer Dividende.» Er stelle jedoch seine Ämter gerne zur Verfügung. «Nach zwölf Jahren in meiner Funktion sind Vorschläge für einen geeigneten Ersatz – gerade von Kritikern – sehr willkommen. Ich denke jedoch, dass wir die Unternehmungen gut vorangebracht haben.»

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