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ST. PETERZELL: National vorne mitmischen

Die Nachwuchs-Mehrkämpfer der Leichtathletikschule Toggenburg starten am Wochenende an der Schweizer Meisterschaft in Payerne. Für den Sportlichen Leiter, Michael Höfer, wird es eine Standortbestimmung.
Urs Huwyler
Vor der Mehrkampf-Schweizer-Meisterschaft wird nochmals der technisch anspruchsvolle Hürdenlauf trainiert. (Bild: Urs Huwyler)

Vor der Mehrkampf-Schweizer-Meisterschaft wird nochmals der technisch anspruchsvolle Hürdenlauf trainiert. (Bild: Urs Huwyler)

Wer ist Kévin Mayer? Wer Usain Bolt? «Bolt kennt jeder, Mayer wohl fast niemand», macht sich der 16-jährige Joel Rüegg keine Illusionen. Er ist Mehrkämpfer in der Leichtathletikschule Toggenburg (LA-Schule), möchte irgendwann wie Weltmeister Kévin Mayer – auf welchem Niveau auch immer – Zehnkämpfer werden. Weil es spannender, abwechslungsreicher sei, zehn statt einer Disziplinen zu beherrschen. Der Nachteil: Die Verletzungsgefahr ist grösser. Joel Rüegg weiss dies aus eigener Erfahrung. Er muss für die Schweizer Meisterschaft (SM) in Payerne wegen einer Fussverletzung ebenso forfait geben wie seine Freundin Silja Diener, die auch mit gesundheitlichen Problemen kämpft.

Mehrkämpfer gelten in der Sportszene als bewunderte Könige und Königinnen der Leichtathletik, doch erstaunlicherweise sind auch die Namen der Schweizer Athleten kaum bekannt. «Dies wird sich bald ändern. Es gibt national einige hoffnungsvolle Talente», ergänzt Joel ­Rüegg. Wer sowohl Hürdenlaufen als auch Stabhochspringen kann, den Hochsprung ebenso beherrscht wie das Speerwerfen, muss über Allrounderqualitäten verfügen. In der LA-Schule Toggenburg haben sich je fünf Jungmänner und Frauen dem Mehrkampf verschrieben – und sind neben ihren Paradedisziplinen auch als Spezialisten unterwegs.

Sven Scheu strebt 6000-Punkte-Grenze an

Da wäre der 2000 geborene Sven Scheu (U 18). Vor einem Jahr wurde er mit 5362 Punkten an der SM Fünfzehnter. Heuer schraubte er beim Meeting in Landquart das Total auf 5919 und liegt in der Schweizer Bestenliste auf Rang sieben. Seine Zielsetzung ist klar: «Es sollen erstmals 6000 Punkte werden», sagt der Zimmermann in Ausbildung.

Zitterdisziplin wird im Ge­gensatz zum Kugelstossen (Scheu ist die Schweizer Nr. 2) wie bei vielen Kollegen der Stabhochsprung bleiben. «Ich beginne auf drei Metern. Hoffe, es geht noch etwas höher», so Scheu. Die Sprunganlage im Stützpunkt Necker wirkt sich positiv aus, aber ein gewisser Nachholbe­- darf besteht mit dem Stab. 2016 sprang Scheu 2,70 Meter, der ein Jahr ältere Fabio Bühler (neu Kategorie U 20) 3,40 Meter. Dessen persönlicher Rekord steht bei 5515 Punkten. Das Toggenburger Trio wird im Sechskampf durch David Tschofen (U 16) ergänzt.

Sportlicher Leiter lobt Einsatzbereitschaft

Die Siebenkämpferinnen Mara Keller (3036) und Jana Nüesch (3556) starten bei den U 18. Bei ihnen lässt sich aufgrund der Bestenliste ebenfalls eine Steigerung erkennen. Die technisch anspruchsvollen 100 Meter Hürden bringen fast am meisten Punkte ein. Der Sportliche Leiter Michael Höfer hat im Training vor der SM neben der Diskus- wohl auch deshalb nochmals eine Hürdeneinheit für die Gruppe eingeschaltet. Die Bilanz fiel positiv aus. Das Team ist bereit. Höfer hat Ende November 2016 die sportliche Leitung von «Mister Leichtathletik» Werner Raschle (Präsident der LA-Schule) übernommen. Der Sport- und Bewegungswissenschafter (ETH Zürich) mit Lehrdiplom für Maturitätsschulen im Sport wohnt in Rapperswil-Jona und unterrichtet in Zürich vorwiegend Oberstufenschüler. Das Teilzeitengagement mit drei Trainings im Neckertal und der Betreuung an den Wettkämpfen sieht er als ideale, durchaus längerfristig gedachte Ergänzung.

Der ehemalige Skelekton-Internationale, der nach diversen Verletzungen die Selektion für die Olympischen Spiele in Sotschi verpasst hatte und sich im April 2014 auch aus beruflichen Gründen vom Spitzensport zurückgezogen hatte, sieht die Mehrkampf-SM nach den diesjährigen Meetings in Lustenau und Landquart als weitere Standortbestimmung.

Leichtathletik-Potenzial im Toggenburg?

Wichtiger als die SM-Resultate dürfte nach Saisonschluss die Analyse der letzten Monate werden. An leistungsfördernden Ideen fehlt es Höfer nicht. Aber steckt überhaupt genügend Leichtathletik-Potenzial im Toggenburg? «Die Frage lautet, was wollen wir? Was wollen die Athleten, wie viel können sie investieren? Geht es darum, regional, kantonal erfolgreich zu sein oder national vorne mitmischen zu wollen? Je nach Ausrichtung werden individuell Anpassungen nötig sein. Eine Schwierigkeit besteht in der Doppelbelastung Beruf/Ausbildung und Sport», weiss Höfer. Eines hat er festgestellt: «Die LA-Schüler sind motiviert. Es macht Spass, mit ihnen zu trainieren.» Nicht nur mit den Mehrkämpfern, sondern auch Einzelathleten wie Speerwerfer Jan Siegenthaler (Elfter der Elite-SM). Der Wechsel vom Nachwuchs/U 20/U 23 zur Elite war in der Vergangenheit wie in vielen Vereinen eine Problemstelle. «Auch daran wollen wir arbeiten, es geht darum, nicht nur beim Nachwuchs, sondern auch bei der Elite präsent zu sein.»

Nach der Mehrkampf-SM soll die LA-Schule, beziehungsweise der Turnverein St. Peterzell einigen mehr ein Begriff sein. Michael Höfer kannte den Landverein zuvor auch von den Meetings. Damals fiel ihm auf, wie oft der Name bei der Bekanntgabe der Starter fiel. Dies soll sich nicht ändern.

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