ST.: Neue Strecke im Güterbahnhof

Gallen Die Appenzeller Bahnen wollen bis 2021 die Streckenführung im Güterbahnhofareal begradigen. Diese Lösung ermöglicht auch eine bessere Bebauung des Areals.

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Der Entscheid ist gefallen: Die Appenzeller Bahnen wollen die Gleise vom Güterbahnhofareal auf die Nordseite des alten Güterschuppens verschieben (Tagblatt vom Donnerstag). Dies soll bis 2021 erfolgen. Infolge der neuen Streckenführung ist auch ein neuer Fuss- und Veloweg geplant, der parallel zu den Gleisen verlaufen und unter der St.-Leonhard-Brücke weitergeführt werden soll. Der durch die Gleis­verlegung entstehende neue Übergang über die Güterbahnhofstrasse wird voraussichtlich mit einer Schranke gesichert.

Zu den Kosten könnten derzeit noch keine Angaben gemacht werden, sagt Thomas Baumgartner, Direktor der Appenzeller Bahnen. «Konkrete Aussagen wird erst das Vorprojekt bringen, welches Ende Jahr vorliegen sollte.» Die Appenzeller Bahnen verhandeln derzeit mit den SBB über den Kostenteiler. Doch warum verlegen die Appenzeller Bahnen die Strecke überhaupt? Die neue Streckenführung bringe verschiedene Vorteile, sagt Baumgartner. «Wenn wir nach der St.- Leonhard-Brücke gerade weiterfahren können, bringt das eine zusätzliche Einsparung von wertvollen Sekunden.» Die Züge könnten dann schneller fahren. Statt wie heute 25 sind künftig 45 Kilometer pro Stunde möglich. Die Streckung der Linie erhöhe auch den Fahrkomfort für die Zugpassagiere, da es weniger Kurven habe.

Die Gestaltung und Ein­bindung der neuen Haltestelle Güterbahnhof in das Areal werde ebenfalls vereinfacht, da sie nicht in einer Kurve, sondern in einer Gerade gebaut werden könne, sagt Baumgartner. «Viel entscheidender ist jedoch die Möglichkeit von Zugskreuzungen.» Denn nebst der Haltestelle soll in jenem Bereich ein zweites Gleis gebaut werden. Dadurch könne der Fahrplan verbessert werden.

Zudem könne die frei werdende Fläche des heutigen Trassees durch die Stadt und den Kanton besser genutzt werden, sagt Baumgartner. Stadtplaner Florian Kessler begrüsst denn auch die Pläne, das Trassee der Appenzeller Bahnen aus dem Güterbahnhofareal zu entfernen. «Dadurch erhöhen sich auf jeden Fall die Möglichkeiten, baulich gute Lösungen im Areal zu finden.» Tiefbauamt und Stadtplanungsamt sowie der Kanton seien in die Planung der Gleisverlegung involviert. Um wie viel sich die potenzielle Bebauungsfläche durch das Wegfallen der Gleise vergrössere, könne derzeit allerdings nicht abgeschätzt werden.

Das Güterbahnhofareal gehört dem Kanton. Die Stadt erhält ein Vorkaufsrecht, sobald die Baubewilligung für den neuen Campus der Universität St. Gallen am Platztor erteilt wird. Die Parzelle mit den Gleisen gehört den Appenzeller Bahnen. Die Stadt sei hinsichtlich Erwerbs der Bahnparzelle mit den Appenzeller Bahnen im Gespräch, sagt Bausekretär Matthias Fuchs. Das Bauvorhaben für einen neuen Autobahnanschluss im Güterbahnhofareal hat gemäss Thomas Baumgartner keinen Einfluss auf die Gleisverschiebung. «Der Autobahnanschluss muss sich an der Gleisgeometrie orientieren, beziehungsweise das neue Gleis berücksichtigt die mögliche Lage der Autobahnzufahrt.»

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch