St. Galler wollten den Seealpsee anzapfen

Die florierende Textilindustrie liess die Stadt St. Gallen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rasant wachsen. Entsprechend gross war der Bedarf an Trinkwasser. Verständlich, dass sich begehrliche Augen auf den idyllischen Seealpsee im Alpstein richteten…

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Trotz verlockender Angebote traten die Innerrhoder nicht auf den Seealpsee-Handel ein. (Bild: Peter Eggenberger)

Trotz verlockender Angebote traten die Innerrhoder nicht auf den Seealpsee-Handel ein. (Bild: Peter Eggenberger)

Die florierende Textilindustrie liess die Stadt St. Gallen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rasant wachsen. Entsprechend gross war der Bedarf an Trinkwasser. Verständlich, dass sich begehrliche Augen auf den idyllischen Seealpsee im Alpstein richteten…

St. Galler Autor

Der in Wasserauen aufgewachsene und in St. Gallen wohnhaft gewesene Buchautor Tonisepp Wyss ist mit Büchern wie «Der Betruf» und «Trääf ond rääss» bekannt geworden. 2009 ist er verstorben.

Hinterlassen hat er ein fertiges Manuskript für das Buch «Potzmillione», das jetzt im Verlag Appenzeller Volksfreund erschienen ist. Es enthält Dialekt-Kurzgeschichten aus früheren und heutigen Tagen und Begebenheiten wie «Hexenprozess in Innerrhoden», «Klassenzusammenkunft», «Werbefahrt», «Erste und ewige Liebe» unterhalten bestens. Eine weitere Geschichte befasst sich mit dem Wunsch der St. Galler nach Seealpsee-Wasser. Im Jahre 1874 beobachtete ein Senn, wie ein Fremder Seewasser in Flaschen abfüllte.

Der Senn vermutete Übles und erzählte dem Pfarrer von seiner Beobachtung, der seinerseits die Standeskommission (Regierung) alarmierte.

Auf Bodensee fokussiert

Als dann nach erfolgreichen Wasserproben ein offizielles Gesuch der Stadt St. Gallen eintraf, verweigerten die Innerrhoder trotz verlockender Angebote die Nutzung des Wassers vom Seealpsee.

In der Folge richtete sich das Augenmerk der Stadtregierung auf den Bodensee, aus dem seit 1895 Wasser nach St. Gallen gepumpt wird. Peter Eggenberger

«Potzmillione», 168 Seiten, illustriert, Fr. 29.–, erhältlich im Buchhandel und beim Verlag Appenzeller Volksfreund, Appenzell

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