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St. Galler Tätowierern auf die Finger geschaut: Jungfilmer aus Speicher überzeugt mit Werbefilm über Tattoostudio

Heute Abend werden im Berufsbildungszentrum Herisau die besten schriftlichen Arbeiten gewürdigt. Darunter ist auch diejenige von Luca Zellweger. Der Konstrukteur aus Speicher drehte einen Werbefilm für das St. Galler Tattoostudio «Noble Blood».
Claudio Weder
Luca Zellweger ist Teil von «Fresh Frames», eines jungen Videoteams aus Speicher. (Bild: PD)

Luca Zellweger ist Teil von «Fresh Frames», eines jungen Videoteams aus Speicher. (Bild: PD)

Werbefilmproduzenten suchen sich ihre Kunden normalerweise nicht selber aus, sondern werden von ihnen angefragt. Nicht so bei Luca Zellweger. Das «Noble Blood» Tattoostudio in St. Gallen, für das der 20-jährige Filmemacher einen Werbespot gedreht hat, sei ihm schon mehrere Male beim Vorbeifahren mit dem Zug aufgefallen, sagt er. Da sei ihm plötzlich eine Idee gekommen.

Luca Zellweger befindet sich derzeit im vierten und letzten Lehrjahr zum Konstrukteur. Der Film ist Teil seiner Abschlussarbeit am Berufsbildungszentrum Herisau. Profitiert haben letztlich beide Seiten: Für die Inhaber des Tattoostudios bringt der Film vor allem in marketingtechnischer Hinsicht einen Nutzen, haben sie doch erst kürzlich den Namen ihres Studios gewechselt. «Anfangs waren die beiden Besitzer aufgrund von vollen Terminkalendern jedoch skeptisch gegenüber meinem Vorhaben.» Auch Zellweger hat von seiner Arbeit profitiert, die keine klassische Auftragsarbeit war, bei der es lediglich darum geht, Geld zu verdienen. Vielmehr wollte er mit dem Film sein Wissen vergrössern, seine Kreativität ausleben und verschiedene Techniken ausprobieren.

Unterwasserszene als Höhepunkt

Auch sonst ist Luca Zellwegers Film nicht unbedingt mit einem klassischen Werbespot vergleichbar. Vielmehr handelt es sich um einen Imagefilm mit Kurzfilmcharakter. «Ich wollte nicht einfach hingehen, die Leute bei ihrer Arbeit filmen, und gut war’s. Viel wichtiger war mir, eine Geschichte zu erzählen und mit unterschiedlichen Effekten zu arbeiten. Ich wollte etwas Spezielles kreieren.»

Rund einen ganzen Tag dauerten die Dreharbeiten für den einminütigen Videoclip. Zwei bis drei weitere Tage war Luca Zellweger mit dem Schnitt beschäftigt. Protagonistin des Kurzfilms ist eine junge Frau, die sich ein neues Tattoo stechen lässt. Als sie auf dem Stuhl sitzt, wird sie plötzlich traumartig von Erinnerungen eingeholt, wobei sich der Betrachter gemeinsam mit ihr plötzlich im Wald, dann in einem botanischen Garten wiederfindet, während er zwischendurch von den beiden Inhabern des Tattoostudios angestarrt wird. In der Schlussszene ist zu sehen, wie die Protagonistin unter Wasser in die Tiefe sinkt.

Entstanden ist der Film in fast kompletter Eigenarbeit. Von der Kamera über die Regie, das Storyboard bis hin zum Schnitt, zur Vertonung und zur Nachbearbeitung – alles hat Luca Zellweger selbst gemacht. Auch die Idee stammt von ihm, auch wenn er die Wünsche der Studio-Inhaber natürlich genauso berücksichtigt habe, wie er sagt.

Erfolgreich mit «Fresh Frames»

Schon als kleiner Junge habe es ihn fasziniert, Geschichten mit einer Kamera zu erzählen, so Luca Zellweger. In der Primarschule habe er zum ersten Mal einen Film gedreht. «Mit der Zeit wurde meine Leidenschaft gegenüber dem Filmen grösser.»

Heute ist der 20-Jährige Teil eines sechsköpfigen Filmteams namens «Fresh Frames». Die sechs Jungs, alle zwischen 17 und 20 Jahre alt, haben sich in der Sekundarschule kennen gelernt. Seit vier Jahren widmen sie ihre Freizeit ihrer grössten Leidenschaft: dem Filmen. «Zu Beginn haben wir keine Sekunde lang auch nur mit dem Gedanken daran gespielt, das irgendwann professionell zu machen», sagt Zellweger. Heute sieht das anders aus. «Was einst Hobby war, hat sich zu einem Nebenjob entwickelt.» Das junge Videoteam erledigt Auftragsarbeiten für Kunden und realisiert eigene Projekte, darunter vor allem Kurzfilme. Regelmässig gewinnen die Jungs von «Fresh Frames» Preise an Wettbewerben. Welches Projekt als nächstes kommen wird, bleibt ungewiss. Doch: «Wir bleiben am Ball.»

Für Zellweger ist klar, dass er in Zukunft sein Hobby zum Beruf machen will. «Mein Traum wäre es, mit meinen Freunden eine eigene Filmproduktion zu gründen und so zu arbeiten, dass wir alle unbesorgt davon leben können. Das ist jedoch ein sehr hohes Ziel. Um dieses zu erreichen, liegt noch ein harter und steiniger Weg vor uns.»

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