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SPRACHE: En Schligg im Böndel

Die Oberuzwilerin Susan Osterwalder hat mit «Hopp Sanggale» ein Wörterbuch des St. Galler Dialekts geschrieben. Das Interesse ist gross, und die Bücher verkaufen sich gut und schnell.
Michael Hug
«Am Anfang war es eine Spielerei, doch dann hat es mich reingezogen», sagt Susan Osterwalder über ihr neues Buch. (Bilder: Mareycke Frehner)

«Am Anfang war es eine Spielerei, doch dann hat es mich reingezogen», sagt Susan Osterwalder über ihr neues Buch. (Bilder: Mareycke Frehner)

Michael Hug

redaktion

@toggenburgmedien.ch

Gäüggel, Theek, Teigaff, Chlüpperli, Utter – wer kennt sie noch, die typischen Ausdrücke im St. Galler Dialekt? Wer den Unterschied zwischen Watschle und watschle? Oder die Redewendung «en Schligg im Böndel»? Wer sie nicht kennt und am Stammtisch oder beim Kafichränzli trotzdem «ä gueti Falle» machen möchte, sollte sich Susan Osterwalders neues St. Galler Mundartwörterbuch «Hopp Sanggale» zulegen. Damit man weiss, was mit Aabee ­gemeint ist oder mit aagaffe, mit ­aalange oder aahogge (Toilette, anstarren, berühren, anbrennen).

Rund 3000 Mundartwörter hat Susan Osterwalder zusammengetragen. Sie ist selbst erstaunt, was da zusammengekommen ist: «Am Anfang war es eine Spielerei, aber dann hat es mich reingezogen. Und weil ich sehr pedantisch bin, liess ich nicht locker, bis kaum mehr neue Wörter dazukamen.» Aber oha: Kaum ist «Hopp Sanggale» vor rund zwei Monaten veröffentlicht worden, musste sie schon wieder das Notizbüchlein zücken und Begriffe aufschreiben, die sie übersehen oder überhört hatte oder die ganz einfach selten bis gar nie verwendet werden: «Diese werden in jede neue Auflage integriert. Es ist sozusagen ein Werk ohne Ende!»

Zweite Auflage schon in Auftrag gegeben

Tatsächlich musste die 55-jährige Oberuzwilerin die zweite Auflage bereits in Auftrag geben: «Ich bin von Bestellungen völlig überrollt worden. Ich habe eine vierstellige Auflage ­drucken lassen, aber es sieht gerade so aus, dass die bald aufgebraucht sein wird.» Den Aufwand, der ihr durch Vertrieb und Administration ent­standen ist, vermag die Alleinherausgeberin nicht mehr zu stemmen. Sie hat deshalb ein Sekretariat beauftragt. Dennoch, «Hopp Sanggale» ist ein Buch – notabene mit 170 Seiten – das wohl kein Mensch von A bis Z, also von vorne bis hinten, komplett durchliest. Es ist ein Wörterbuch, ein Kompendium und Nachschlagwerk für alle, die sich mit dem Ostschweizer Dialekt beschäftigen oder mehr darüber wissen wollen.

Giftig, hart, penetrant oder bünzlig

«Der St. Galler Dialekt wird vom Rest der Schweiz gerne als giftig, spitz, hart, penetrant oder bünzlig bezeichnet», sagt Osterwalder. Dagegen kann sie nichts tun, aber sie könne wenigstens aufklären, was mit den Begriffen gemeint ist, die nur in der Ostschweiz verwendet werden. Zum Beispiel Tschumpel, wozugäge oder das letzte Wort im Buch – zwöschetine.

Das Lesen des Buchs lohnt sich: Die Autorin hat zusätzlich zum Wörterbuch und Registerteil auch noch zehn Kurz­geschichten in Mundart darin verewigt und ausserdem das Gedicht «De Hosesagg vo mim Bueb» in zehn verschiedenen St. Galler Dialekten. Womit sie sagen will: «Es gibt nicht den einen St. Galler Dialekt. Er ist von Region zu Region verschieden, vom Norden zum Süden, manchmal gar von Dorf zu Dorf.»

Seit der Kindheit eine Leidenschaft

Malen und Schreiben waren bereits in ihrer Kinderzeit ihre Lieblings­beschäftigungen, sagt Susan Osterwalder. In den Achtziger- und Neunzigerjahren war sie unter anderen journalistischen Tätigkeiten auch Chefin des ersten Privat-Fernseh­senders TV Wil. Diese aufreibende Arbeit gab sie später auf und widmete sich ihrer Praxis für orthomolekular-medizinische Therapie.

Das Schreiben und Malen liess sie jedoch nie los, auch wenn sie sich mit wechselnder Intensität den beiden Lieblingsbeschäftigungen widmete. Heute ist Osterwalder Chefredaktorin einer medizinischen Zeitschrift, Kunstmalerin und Autorin. Vor drei Jahren kam ihr Buch «Fliegeralarm und Zwetschgenfladen» heraus. Und nun «Hopp Sanggale». Und als Nächstes? «Endlich meine neue Schreib- und Kunstwerkstatt fertig einrichten. Doch im Moment liefern wir erst mal jeden Tag Bücher aus.»

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