Sport in Fünfergruppen, auf Abstand sowie ohne Benutzung der Garderoben und Duschen: So trainiert der Turnverein Teufen in Coronazeiten

Unter Berücksichtigung eines fünfseitigen Schutzkonzeptes durfte auch der Turnverein Teufen Mitte Mai das Training wieder aufnehmen. Trotz der Umstände sind die Sportler froh, dass sie wieder trainieren können.

Stephanie Häberli
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Die Wurfgruppe des TV Teufen trainiert unter strengen Auflagen.

Die Wurfgruppe des TV Teufen trainiert unter strengen Auflagen.

Bild: Stephanie Häberli

Die drei Athletinnen und Athleten der Wurfgruppe des Turnvereins (TV) Teufen, die am heutigen Training teilnehmen, kommen motiviert zur Leichtathletikanlage. Alle tragen bereits ihre Sportkleider. Die Sporttaschen deponieren sie am Rand der Rundbahn.

Das ist eine Vorschrift, denn die Garderoben und Duschen bleiben laut Sicherheitskonzept des Turnvereins vorerst geschlossen. Bis auf die Tatsache, dass alle Abstand wahren, fällt nichts aussergewöhnliches auf. Die Stimmung ist ausgelassen: Es wird gelacht und ausgetauscht.

Nach der Begrüssung durch ihren Trainer verschwinden die Athleten in den Geräteräumen. «Sie sind gerade dabei, die Geräte zu desinfizieren, die wir heute brauchen», sagt Hans Koller, Trainer der Wurfgruppe und Präsident des TV Teufen. Die Sportler werden gebeten, wenn möglich ihre eigenen Geräte mitzubringen. Die Gruppe beginnt mit dem Einwärmen. Koller sagt:

Hans Koller, Trainer und Präsident TV Teufen

Hans Koller, Trainer und Präsident TV Teufen

Bild: APZ
«Wir haben ein Sicherheitskonzept, das wir möglichst konkret umzusetzen versuchen.»

Trainiert werden darf derzeit nur in Gruppen von maximal fünf Personen. «Die Planung der Trainingseinheiten ist sehr intensiv. In der Wurfgruppe lege ich jeweils per Chat fest, welche Athleten wann ins Training kommen können. So habe ich die Gruppengrösse unter Kontrolle», sagt Koller. Auch auf dem Sportplatz gilt es, sofern möglich, den Abstand von zwei Metern einzuhalten. «Das ist natürlich eine grosse Herausforderung.»

Laut dem Trainer haben die Sportler auch die allgemeinen Richtlinien des Bundesamtes für Gesundheit einzuhalten. So müssen sich alle vor dem Training die Hände waschen und desinfizieren. Koller ist zufrieden, wie die Auflagen umgesetzt werden: «Den Leuten ist bewusst, dass wir uns an die Vorkehrungen halten sollen. Denn unseren gewohnten Lebensstandard müssen wir uns wieder erkämpfen.»

Die Wurfgruppe beginnt mit dem Training. Zwei Athleten widmen sich dem Diskuswurf, während sich jemand mit Speerwerfen beschäftigt. Hans Koller schaut zu und gibt Tipps sowie Verbesserungsvorschläge – natürlich mit zwei Meter Abstand. Obwohl es in diesen Disziplinen zu keinen direkten Kontakten kommt, gibt es im Training herausfordernde Situationen:

«Ich als Trainer kann leider keine Hilfestellungen geben, die Körperkontakt erfordern, das fehlt schon.»

Ob die Athleten weniger profitieren wegen der Sicherheitsvorkehrungen, kann Koller nicht eindeutig beantworten: «Das ist von Person zu Person unterschiedlich.» Eine grosse Herausforderung für die Sportler war jedoch ihre Zwangspause: «Ich freue mich sehr, dass wir wieder trainieren dürfen», sagt Stefan Fitze. Er ist Teil der Wurfgruppe.

«Trotzdem ist es schade, dass das Aufbautraining im Winter umsonst war.»

Trainer Hans Koller fügt hinzu: «In den Monaten März bis Mai wird das Aufbautraining jeweils umgesetzt, diese Phase fiel in diesem Jahr leider weg.» Den Sport hat Fitze während dieser Zeit aber nicht komplett ausser Acht gelassen: «Ich habe mich mit Videos vor dem Fernseher versucht, das hat aber leider nicht ganz so geklappt, wie ich es mir vorgestellt habe.»

Ein Speerwurf einer Athletin wird gemessen.

Ein Speerwurf einer Athletin wird gemessen.

Bild: Stephanie Häberli

Mittlerweile ist es schon einige Wochen her, als der Turnverein in gewissen Riegen das Training wieder aufnahm. Der Breitensport und die Nachwuchsgruppen haben laut Koller grösstenteils noch nicht wieder zu trainieren begonnen. «Bereits ab nächster Woche wird das Sicherheitskonzept aber weiter gelockert.»