Sport als Erfolgsfaktor für Herisau

Die IG Sport Herisau hat gestern ihre Hauptversammlung durchgeführt. Vor fünf Jahren wurde sie gegründet. Ein Gespräch mit dem Präsidenten zeigt: Der IG Sport geht die Arbeit noch lange nicht aus.

Monika Egli
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Peter Schmid: «Sport ist die günstigste Prävention. Sobald soziale Einrichtungen ins Leben der Jugend eingreifen müssen, wird es sehr teuer.» (Bild: Roman Hertler)

Peter Schmid: «Sport ist die günstigste Prävention. Sobald soziale Einrichtungen ins Leben der Jugend eingreifen müssen, wird es sehr teuer.» (Bild: Roman Hertler)

HERISAU. «Die IG Sport hat sich vor allem drei Aufgaben auf die Fahne geschrieben: Koordinieren, als Sprachrohr gegenüber der Politik fungieren und eigene Veranstaltungen organisieren», sagt IG-Sport-Präsident Peter Schmid. Mit der IG Sport habe man bei der Gründung vor fünf Jahren ein Dach geschaffen, unter dem heute 13 Herisauer Vereine mit 2500 bis 3000 Mitgliedern vereint sind. «Damals ging es um die Erkenntnis der Schwäche, dass es zwar viele Vereine gibt, eine Art Klammer aber fehlt. Es war denn auch die Grundidee der IG Sport, gemeinsame Bedürfnisse und gemeinsame Interessen zu bündeln.»

Erhalten und stärken

Der Vorstand der IG Sport arbeitet ehrenamtlich, Mitglieder sind die Vereine, das Sportzentrum und Erich Brassel als Leiter der kantonalen Fachstelle Sport. «Wir alle glauben daran, dass Sport ein Erfolgsfaktor für Herisau ist», wie Peter Schmid erklärt, «denn wir haben Infrastrukturen, die es andernorts nicht gibt, wir haben funktionierende Vereine und das wollen wir fördern.» Es gehe um nichts anderes als darum, einen Erfolgsfaktor zu erhalten und zu stärken. «Damit fördern wir gleichzeitig die Gesundheit vor allem der Jugend, und zwar die körperliche und die psychische.» Das Mitmachen in einem Sportverein, ist Peter Schmid überzeugt, ersetze viel Schul- und Kinderpsychologie. Und, gibt er zu bedenken, während Vereine ehrenamtlich betrieben werden, sei die andere Seite sehr kostenintensiv.

Weg vom TV, hin zum Sport

In den vergangenen fünf Jahren hat die IG Sport in der breiten Öffentlichkeit vor allem mit den Sporttagen und dem Sportforum auf sich aufmerksam gemacht. Bei den Sporttagen machen jeweils an die 200 Kinder mit; sie haben die Möglichkeit, verschiedene Sportarten kennenzulernen. «Damit kann zum einen Nachwuchs für die Vereine generiert werden, zum andern wollen wir die Kinder weg vom Fernseher hin zum Sport führen.» Mit dem Sportforum sollen die Mitglieder der Vereine mit der Bevölkerung in Kontakt gebracht werden; jeweils im Herbst wird gemeinsam ein sportliches Thema vertieft behandelt. Die Koordination wiederum steht ganz im Dienste der Vereine. Gemeinsam werden Lösungen für Trainingsorte und -zeiten gesucht.

Bedürfnis Dreifachhalle

Ein grosses Anliegen ist der IG Sport die Errichtung einer neuen Dreifachhalle. Genau vor einem Jahr, am 15. März 2013, konnte eine Petition mit rund 1100 Unterschriften eingereicht werden. «Eine zusätzliche Halle zu der bereits bestehenden im Sportzentrum ist ein riesengrosses Bedürfnis», sagt Peter Schmid. Zwar gibt es in Herisau einige kleine Hallen, verteilt auf verschiedene Schulhäuser; es fehlt aber eine Halle mit geeigneten, zeitgemässen Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten. Mit der Petition hat die IG einen Anstoss geben wollen, die auf Eis liegende Sportstättenplanung voranzutreiben. Denn eine solche wurde bereits vor zehn Jahren gemacht, umgesetzt allerdings hat man dann nichts. Die Petition wurde vom Einwohnerrat zwar knapp zurückgewiesen, aber in der Zwischenzeit ist Willi Alder, Abteilungsleiter Sport, beauftragt worden, die Sportstättenplanung voranzutreiben und zu begleiten. Peter Schmid: «Die Gemeinde hat den Ball aufgenommen und ist daran, die Sportstättenplanung auch in die Raumplanung einfliessen zu lassen.» Denn in der Richtplanung wurden die sportlichen Anliegen ungenügend berücksichtigt, obwohl sie «entscheidend sind für Herisau». Zwar weichen die Vereine wo möglich auf Nachbarorte aus, aber auch dort sind die Kapazitäten knapp. «Eine Dreifachhalle wäre eine Investition in die Zukunft und die sporttreibende Bevölkerung.»

Mehrzweckraum Ebnet

Auch ein Projekt, mehr noch ein Bedürfnis, ist ein Mehrzweckraum auf dem Ebnet. Die IG legte dazu Pläne vor und hatte über die Hälfte der Finanzierung, man ging von Totalkosten in der Höhe von 240 000 Franken aus, bereits dank zugesicherter Stiftungsbeiträge zusammen. Das von der Gemeinde nachbearbeitete Vorhaben wäre dann aber auf nahezu eine halbe Million Franken gekommen. «Diese Verantwortung wollten unsere Vertreter im Einwohnerrat allerdings nicht mehr übernehmen.»

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