Studie zum Tierwohl: Schweiz belegt Spitzenposition dank mehr Regeln

Am Informationsabend für Bäuerinnen und Bauern wird eine Studie zum Tierwohl thematisiert. Konrad Meier, Berater im ländlichen Raum beim Ausserrhoder Amt für Landwirtschaft, zieht eine positive Bilanz.

Martin Brunner
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Schweizer Nutztieren geht es besser als jenen im Ausland. (Bild: PD)

Schweizer Nutztieren geht es besser als jenen im Ausland. (Bild: PD)

Konsumentinnen und Konsumenten können sich in der Schweiz relativ gut informieren, wie ihr Fleisch produziert wurde. Denn bei Rind-, Kalb- und Schweinefleisch liegt die Schweizer Produktion nahe oder fast bei hundert Prozent. Anders sieht es beim Geflügel-, Schaf- und Pferdefleisch sowie beim Wild aus, wo die Schweiz auf Importe angewiesen ist. Die Agridea hat im Auftrag des Vereins «Qualitätsstrategie Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft» eine Studie erstellt, in der es um einen Vergleich des Tierschutzes mit dem Ausland geht. Am Informationsabend für Bäuerinnen und Bauern in Herisau stellte die Beratung kürzlich im ländlichen Raum des Landwirtschaftsamtes AR die Resultate vor.

Konrad Meier, Berater im ländlichen Raum beim kantonalen Amt für Landwirtschaft, konnte am Anlass ein positives Fazit ziehen. «Der Tierschutz ist in verschiedenen Ländern unterschiedlich detailliert bis gar nicht geregelt», sagte er. 

«Trotzdem kam die Studie zum Schluss, dass die Schweiz im Vergleich mit Ländern im ganzen EU-Raum eine Spitzenposition einnimmt.»

In der Schweiz seien mehr Bereiche geregelt. Die Ausbildung stehe auf hohem Niveau. Zudem gebe es zusätzlich viele Labelvorschriften, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen würden. «Es verwundert also nicht, dass sich die EU dafür interessiert, was wir in der Schweiz tun», sagte Meier.

Schweiz schneidet gut ab

Die Studie zeigt, dass es in der Schweiz allgemeine Vorschriften für Kälber, Rinder und Kühe gibt. Der Mindestraumbedarf sowie eine eingestreute Liegefläche für Kälber sind geregelt, ganz im Gegensatz zu den meisten Vergleichsländern. Enthornen sei in der Schweiz nur unter Schmerzausschaltung möglich, sagte Meier. Nicht so in den Vergleichsländern. Auch bei den Transportvorschriften schneide die Schweiz gut ab. Beispielsweise gebe es nur hier einen Sachkundeausweis fürs Transportwesen. Trotzdem sei auch in der Schweiz Verbesserungspotenzial vorhanden. Im Ausland sei etwa die Anbindehaltung von Kälbern verboten. Besser sieht es bei den Schweinen aus. Im Gegensatz zur EU ist in der Schweiz eine Kastration nur unter Schmerzausschaltung erlaubt und das Coupieren von Schwänzen oder Kürzen von Zähnen ist verboten.

Beim Geflügel und bei den Schafen schneiden die Schweizer Tierschutzvorschriften durchwegs besser ab als jene der EU. Vergleichbar seien die Vorschriften bei der Tötung und beim Einsatz von Hormonen und Leistungsförderern, wobei bei letzteren zum Teil keine Angaben verfügbar gewesen seien.