Spitalverbund AR erwirtschaftete 2019 einen Verlust von 6,7 Millionen Franken ++ Wertberichtigung von 4,8 Millionen Franken führt zu tiefroten Zahlen

Das Jahresergebnis 2019 des Spitalverbunds AR  fällt schlechter aus
als erwartet. Zudem wurde ein Abschreiber notwendig.

Jesko Calderara
Hören
Drucken
Teilen
Der Spitalverbund kämpft weiterhin mit Defiziten.

Der Spitalverbund kämpft weiterhin mit Defiziten.

Bild: APZ

Der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (SVAR) erzielte 2019 einen ordentlichen Verlust von 1,9 Millionen Franken. Dies teilte das Unternehmen am Montag mit. Das Ergebnis ist damit etwas schlechter ausgefallen als erwartet. Die Gründe liegen unter anderem im anspruchsvollen Marktumfeld, einem unerwarteten Rückgang von stationären Patienten über mehrere Wochen und der Schwierigkeit, in einem bedrängten Arbeitsmarkt die vakanten Kaderarztstellen zum gewünschten Zeitpunkt zu besetzen. Insgesamt ist der SVAR nach eigenen Angaben in Anbetracht der teils nicht vorausschaubaren Zusatzbelastungen auf dem richtigen Weg. Die Defizite in den vergangenen Jahren haben den SVAR gezwungen, Sanierungsmassnahmen einzuleiten und durch Umstrukturierung, Nutzung von Synergien und Effizienzsteigerung, die Wirtschaftlichkeit und Produktivität zu verbessern, um das Defizit stark zu reduzieren.

Abschreiber bei Sachanlagen notwendig

2019 musste der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden eine Wertberichtigung von 4,8 Millionen Franken vornehmen. Dadurch erhöht sich das gesamte Defizit auf 6,7 Millionen Franken. Der Abschreiber wurde aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen notwendig. Diese haben sich gleichzeitig mit der Verselbständigung des SVAR im Jahre 2012 für die Spitäler in der Akutsomatik verändert: die neue Spitalfinanzierung mit Fallpauschalen nach SWISS DRG trat in Kraft und nicht abgegoltene obligate Vorhalteleistungen belasten das finanzielle Ergebnis. Eingriffe in die ambulante Tarifstruktur TARMED durch den Bundesrat, die Forderung Eingriffe und Behandlungen ambulant vorzunehmen anstatt stationär sowie das neu eingeführte Entschädigungssystem für die Psychiatrie TARPSY kamen schrittweise dazu und haben dazu geführt, dass die Einnahmen kontinuierlich zurückgehen. Diese Entwicklungen wirken sich unmittelbar auf die Nutzung und die Wirtschaftlichkeit der Sachanlagen und damit auch auf den Wert des SVAR aus. Die Neubewertung der Sachanlagen zeigt auf, dass eine Wertberichtigung zum heutigen Zeitpunkt notwendig und fällig ist. Diese beträgt wie erwähnt 4,8 Millionen Franken und ermögliche dem SVAR, die wirtschaftliche Basis zu stärken und die nachhaltige Weiterentwicklung zu sichern, wie das Unternehmen mitteilt. Der Verwaltungsrat des SVAR hat deshalb rückwirkend per 1. Januar 2019 diese Wertberichtigung beschlossen. Sie wird als einmaliger, ausserordentlicher Aufwand im 2019 verbucht. Es sei dem Verwaltungsrat bewusst, dass dieser Entscheid auch Einfluss auf die Staatsrechnung hat, schreibt der SVAR.