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«Spitalschliessungen könnten für Innerrhoden eine Chance sein»: Der Grosse Rat macht der Regierung Mut

Die Standeskommission prüft derzeit, ob angesichts des anhaltenden Defizits des Spitals Appenzell der geplante Neubau überhaupt realisierbar ist. Das Projekt zu stoppen, sei der falsche Weg, warnt ein Mitglied des Grossen Rates.
Claudio Weder
Das Spital Appenzell schreibt auch 2019 rote Zahlen. (Bild: Ralph Ribi)

Das Spital Appenzell schreibt auch 2019 rote Zahlen. (Bild: Ralph Ribi)

Um die Finanzen des Spitals Appenzell steht es nicht gut. Die Jahresrechnung 2018 schloss mit einem Verlust von 1,4 Millionen Franken. Und auch 2019 schreibt der Betrieb rote Zahlen. Dies ist einem Bericht der Standeskommission auf Basis der Halbjahreszahlen 2019 zu entnehmen, den sie an der gestrigen Session dem Grossen Rat vorlegte.

«Wo ist die Solidarität gegenüber dem Spital Appenzell geblieben?», fragte sich Herbert Wyss (Rüte), Präsident der Kommission für Soziales, Gesundheit, Erziehung und Bildung. Seine Frage spielte auf die betriebliche Entwicklung des Spitals an: Die stationären Fallzahlen sind weiterhin rückläufig und seit dem Landsgemeindeentscheid konnten wider Erwarten keine zusätzlichen Belegärzte gewonnen werden. Auch der Notfall und die Rettung haben sich negativ entwickelt.

«Alle kämpfen mit denselben Problemen»

Dies bereitet der Standeskommission Sorgen. Es sei zu erwarten, dass sich das Defizit Ende Jahr auf Vorjahresniveau bewegen werde. Aus diesem Grund wird die Regierung bis Ende Januar 2020 im Rahmen eines weiteren Berichts bekannt geben, inwiefern sich das Defizit auf den geplanten Neubau auswirken wird. «Es soll entschieden werden, ob das Projekt wie geplant durchgeführt werden kann oder ob ein Moratorium oder Projektstopp beschlossen werden muss», sagte Antonia Fässler, Gesundheitsdirektorin und Verwaltungsratspräsidentin des Spitals.

Die Situation ist aber nicht nur für die Standeskommission und den Verwaltungsrat besorgniserregend. Auch Grossrat Martin Breitenmoser (Appenzell), der die Standeskommission mit dem Verfassen des Berichts beauftragt hatte, zeigte sich beunruhigt. Er hoffte, dass die Standeskommission bei ihrem Entscheid auch die nationalen Entwicklungen berücksichtigen werde. Schliesslich seien es vor allem äussere Tendenzen, die auf das Spital Appenzell einwirken würden. «In der Schweiz kämpfen alle Spitäler mit denselben Problemen.»

Auch Albert Manser (Gonten) nahm die Ergebnisse des Spitalberichts frustriert zur Kenntnis. Er gab aber zu bedenken, dass ein Projektabbruch keine Option sei, weil dies nur zu einer Verunsicherung des Volkes führen würde. Er vermisste in der Diskussion den Unternehmergeist, der die Innerrhoder auszeichne, und machte Mut:

«Das Gesundheitswesen ist ein wachsender Markt. Wenn rundherum Spitäler schliessen, kann das für uns eine grosse Chance sein.»

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