«Spitallandschaft» als Priorität

Alle Ausserrhoder Regierungsräte treten im Februar zur Wiederwahl an. Die Redaktion hat ihnen die gleichen sechs Fragen gestellt und ihre Arbeit bewertet. Heute: Gesundheitsdirektor Matthias Weishaupt.

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Matthias Weishaupt, Ausserrhoder Regierungsrat (SP) und Vorsteher des Departements Gesundheit. (Bild: Matthias Weishaupt)

Matthias Weishaupt, Ausserrhoder Regierungsrat (SP) und Vorsteher des Departements Gesundheit. (Bild: Matthias Weishaupt)

Herr Regierungsrat Weishaupt, was haben Sie sich 2007 für Ihre Amtstätigkeit der kommenden vier Jahre vorgenommen und auch erreicht?

Matthias Weishaupt: Von den Zielen, die ich mir vorgenommen habe, konnten erfreulicherweise die wichtigsten erreicht werden: allem voran das neue Gesundheitsgesetz, das vom Stimmvolk im November 2007 angenommen wurde. Im Jahr 2008 fand das 100-Jahr-Jubiläum des Psychiatrischen Zentrums Appenzell Ausserrhoden (PZA) grosse Aufmerksamkeit. Mit dem «Ausserrhoder Bündnis gegen Depression» gelang es uns, die psychische Gesundheit zu einem öffentlichen Thema zu machen. Bei den sozialen Einrichtungen erreichten wir drei zentrale Etappenziele: die neue Finanzierung der Behinderteneinrichtungen, den Beitritt von Appenzell Ausserrhoden zur Interkantonalen Vereinbarung für Soziale Einrichtungen und – gemeinsam mit den anderen Ostschweizer Kantonen – die Erarbeitung des ersten Behindertenkonzepts.

Was konnte nicht umgesetzt werden?

Weishaupt: Wie in den anderen Ostschweizer Kantonen benötigt das Einführungsgesetz für die «Institutionen zur Förderung der Eingliederung von invaliden Personen» auch bei uns mehr Zeit als ursprünglich vorgesehen.

Welche Schwerpunkte setzen Sie in den kommenden Jahren in Ihrem Departement Gesundheit?

Weishaupt: Priorität haben die Veränderungen in der Ausserrhoder Spitallandschaft. Diese betreffen sowohl die öffentlichen als auch die privaten Spitäler. Der regulierte Wettbewerb in der stationären Gesundheitsversorgung braucht neue gesetzliche Grundlagen. Zudem werden dem Kanton zusätzliche Kosten übertragen, was neue Planungs- und Controllinginstrumente erfordert. Besonders im Auge behalten müssen wir die Auswirkungen der neuen Spitalfinanzierung auf die ambulante medizinische und pflegerische Versorgung – vor allem auf die Hausarztmedizin und die Spitex – wie auch auf die Alters- und Pflegeheime. Weitere Schwerpunkte bilden die Umsetzung der Pflegefinanzierung, die koordinierte Angebotsplanung bei den Behinderteninstitutionen, die Prämienverbilligung und die (wahrscheinliche) Verselbständigung des Spitalverbundes Appenzell Ausserrhoden.

Was gedenken Sie in Ihrem Departement hinsichtlich eines schnelleren Wachstums der Bevölkerungszahlen zu unternehmen?

Weishaupt: Grundlegend für die erfolgreiche Entwicklung unseres Kantons ist zuallererst die gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedensten Instanzen: Kanton und Gemeinden, Regierungsrat und Kantonsrat, private und öffentliche Leistungserbringer. Das Gesundheitswesen in Appenzell Ausserrhoden spielt aufgrund des grossen Arbeitsplatzangebotes eine besondere Rolle für die Bevölkerungsentwicklung. Denn die Angebote unseres Gesundheitswesens sind nicht nur für Ausserrhoderinnen und Ausserrhoder, sondern auch für Patientinnen und Patienten weit über die Kantonsgrenzen hinaus attraktiv.

Das gleiche gilt für unsere Alters- und Pflegheime sowie unsere Behinderteninstitutionen, in denen Bewohnerinnen und Bewohner aus der ganzen Ostschweiz ein Zuhause finden.

Ein gutes und zeitgemässes Arbeitsplatzangebot in den Bereichen Medizin, Pflege und Betreuung ermuntert vor allem junge Berufsleute und Familien, zu uns zu ziehen, hier zu arbeiten und in unseren Dörfern zu leben. Hier sehe ich eine Chance.

Neue Kräfte wären in Startposition. Warum treten Sie noch einmal zur Wahl an?

Weishaupt: Mit Jahrgang 1961 bin ich das jüngste Mitglied der Regierung und seit meiner Wahl 2006 immer noch der amtsjüngste Regierungsrat. Meine Motivation, Kraft und Ausdauer sind weiterhin gross. Gerne engagiere ich mich auch in den nächsten Jahren als Regierungsrat für unseren Kanton und seine Bewohnerinnen und Bewohner. Zudem bin ich bereit, mit dem anspruchsvollen Amt des Landammanns zusätzliche Verantwortung zu übernehmen.

Was sagt Ihre Partnerin am Abend des Wahlsonntags zu Ihnen?

Weishaupt: Mit einem träfen Spruch wird sie mir herzlich zur Wahl als Landammann und Regierungsrat gratulieren.

Notiert: Monika Egli