Kommentar

Spitalentscheid Innerrhoden: Die Regierung spielt auf Zeit

Die Innerrhoder Standeskommission hält am geplanten Spitalneubauprojekt fest. Der Entscheid ist allerdings kein endgültiger: Die Option, das Projekt zu stoppen, besteht immer noch. 

Claudio Weder
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Claudio Weder, Redaktor «Appenzeller Zeitung»

Claudio Weder, Redaktor «Appenzeller Zeitung»

Bild: Urs Bucher

Spitalneubau weiterplanen oder abbrechen: Mit dieser Gretchenfrage musste sich die Innerrhoder Standeskommission beschäftigen. Nach dem Ja zum 41-Millionen-Franken-Kredit an der Landsgemeinde 2018 haben sich die Zahlen des Spitals Appenzell schlechter entwickelt als vorausgesehen. Die Regierung hat nun entschieden, dennoch dem Volkswillen zu entsprechen und den Neubau voranzutreiben. Sie lässt sich allerdings ein grosses Hintertor offen. Sie will die Lage anhand der Entwicklungen in den kommenden sechs Monaten erneut beurteilen. Der Entscheid ist also kein endgültiger. Die Option, das Projekt zu stoppen, besteht immer noch. 

Die Regierung spielt mit ihrer Ankündigung auf Zeit. Dass sie das Ruder der Spitalfinanzen in einem so schwierigen Umfeld innerhalb von nur sechs Monaten herumreissen kann, scheint unwahrscheinlich. Am grundsätzlichen Problem ändert sich damit auch nichts. In Zeiten von Spitalschliessungen ist ein Neubau in einem so kleinen Kanton nichts anderes als ein teurer Anachronismus.

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