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Spielfreudig und gefühlvoll

REHETOBEL. Das Klaviertrio Fontane gestaltete den Auftakt der «Konzerte in Rehetobel 2010» mit einem klassischen Programm zu einem Publikumserfolg. Die gespielten Werke verlangen von den Interpreten ein hohes Mass an Sensibilität und Können.
Ferdinand Ortner
Freude am Musizieren: Das Trio Fontane mit Noelle Grüebler (Violine), Andrea Wiesli (Piano) und Jonas Kreienbühl (Cello). (Bild: fo)

Freude am Musizieren: Das Trio Fontane mit Noelle Grüebler (Violine), Andrea Wiesli (Piano) und Jonas Kreienbühl (Cello). (Bild: fo)

Es war eine echte Freude, am späten Sonntagnachmittag in der reformierten Kirche dem Auftakt-Event der traditionellen Konzerte in Rehetobel beizuwohnen. Sie werden von der Lesegesellschaft Dorf Rehetobel und der Evangelischen Kirchgemeinde veranstaltet. Mit dem Trio Fontane konzertierte in Rehetobel ein junges Schweizer Kammermusik-Ensemble, das unbeschwerte Spielfreude, gefühlvolle Musikalität und jugendliche Lebendigkeit ausstrahlte.

Rhythmische Präzision

Das engagiert musizierende Ensemble begeisterte mit einem subtil gestalteten romantisch-klassischen Programm mit Schwerpunkt tschechische Nationalmusik. Zur Aufführung gelangten das Klaviertrio in A-Dur, Hob. XV: 18, von Joseph Haydn (1731–1809) und das Trio für Klavier, Violine und Violoncello in g-Moll, op. 15, von Bedrich Smetana (1824–1884) sowie die instrumentale «Elegie» in Des-Dur, op.

23, von Joseph Suk (1874–1935), dem Lieblingsschüler des grossen tschechischen Komponisten Antonin Dvo?ák.

Diese Werke verlangen von den Interpreten viel an Sensibilität, instrumentalem Können und rhythmischer Präzision. Die Pianistin Andrea Wiesli, die Violinistin Noelle Grüebler und der Cellist Jonas Kreienbühl beeindruckten im Ensemblespiel wie bei den Solo-Parts durch Klangkultur und musikalische Aussagekraft.

Während die Pianistin mit exzellenter Spieltechnik glänzte und als temperamentvolle «Prima inter pares» wichtige musikalische Akzente setzte, überzeugten auch die Geigerin und der Cellist mit delikater Tongebung und respektablen solistischen Qualitäten.

Ein Hörgenuss

Schon beim Konzertauftakt mit dem Haydn-Klaviertrio, einem Gustostück höfischer Musik, fühlte sich das Ensemble in seinem Element.

Der heitere, kantable Kopfsatz wurde beschwingt und klangschön musiziert, wobei der leichtfüssige Klavierpart fantasie-ähnliche Elemente aufwies, die optimal in die strenge thematische Arbeit eingebunden wurden. Sehr transparent spielte das Trio auch den graziösen Liedsatz mit den schmückenden Verzierungen und geradezu übermütig das daran nahtlos anschliessende schwungvolle Finale.

Schwerblütige romantische Melodik mit eingestreuten Aphorismen verströmte die «Elégie» von Joseph Suk, der diese gefühlvolle Komposition im Gedenken an den verstorbenen Lieblingsdichter seiner Frau geschrieben hat. Hier beeindruckten vor allem die wunderbaren melancholischen Kantilenen und die jähen, bewegenden Ausbrüche des Schmerzes.

Stürmisches Finale

Emotional tief berührend war der fesselnde Vortrag des Klaviertrios von Bedrich Smetana.

Dieser hatte das ungemein expressive Opus in wehmütig-leidenschaftlicher Erinnerung an seine im Kindesalter verstorbene, überaus musikbegabte Tochter Bedriska geschrieben und das persönliche Leid auf eine höhere Ebene erhoben; unverkennbar dabei sein böhmischer Tonfall und sein unverwechselbares musikantisches Temperament.

Bereits im rhapsodieartig angelegten «Moderato assai» mit dem charakteristischen punktierten Rhythmus eröffnete sich dem gebannt lauschenden Publikum eine reiche Skala der Leidensfähigkeit und Trauer, wobei sich Hoffnung, Melancholie und Pathos die Waage hielten. Der erste Satz mündete nach einer beredten Klavierkadenz in auswegloser Trauerstimmung.

Im mehrteiligen «Allegro, ma non agitato», wo Licht und Schatten wechseln, wirkten die Kontraste zwischen dem leicht böhmisch anmutenden Haupt- und den wehmütig- besinnlichen trioartigen Mittelteilen ergreifend, während die spontanen Ausbrüche fatalistischer Entschlossenheit aufrüttelten. Besonders aussagekräftig gestaltete das Trio Fontane auch das stürmische «Presto»-Finale.

Das Hauptthema war in Melodie und Rhythmus von Varianten und steigernden Kontrasten (intensive melodische Episode!) geprägt und endete im versöhnlichen Dur.

Für den stürmischen Beifall bedankte sich das Trio mit zwei attraktiven Zugaben, dem argentinischen Konzert-Tango «Sommer in Buenos Aires» von Astor Piazzolla und dem zweiten Satz aus dem Klaviertrio von Leonard Bernstein.

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