Spielen auf dem Bauernhof

Im Herbst eröffneten Regula und Urs Fürer eine Spielgruppe im Schwänberg. Jeden Freitag erscheinen Kinder auf dem Hof. Hier lernen sie, mit Gleichaltrigen und verschiedenen Tieren umzugehen.

Martina Vetsch
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HERISAU. Zwischen einem Hühnergehege, Strohballen und Ponies, die neugierig in den Raum schauen, steht eine Kinderküche mitten im Stall. Hier erzählt Regula Fürer freitags fünf Kindern eine kurze Geschichte, von der sie nicht genug hören können. Diese Geschichte ist Teil des Programms der Spielgruppe, die Regula und Urs Fürer auf ihrem Bauernhof durchführen. Im Vordergrund steht aber klar das Spielen und nicht die Geschichten. «Die Kinder entscheiden oft selber, was sie machen wollen. Sie bringen viele Vorschläge», sagt Regula Fürer.

Kinder sollen mithelfen

Jeden Freitag bringen die Eltern ihre Kinder um 9 Uhr für zwei Stunden auf den Bauernhof. Regula und Urs Fürer nehmen sie in Empfang und füttern mit ihnen als erstes die Tiere; Hühner, Ponies, Hasen, Schafe, Hunde, Katzen, Rinder und Meerschweinchen leben auf dem Hof. Kürzlich bekam die Hündin Junge, sehr zur Freude der Spielgruppenkinder. Wenn die Tiere gefüttert sind, haben die Kinder Gelegenheit zu spielen. Auf einem Sandplatz in der Nähe können sie «tschutten oder sändelen», im Stall steht die Küche bereit, und auch auf dem Hof gibt es immer Neues zu entdecken, so Regula Fürer. Für sie ist es wichtig, dass die Kinder aktiv mithelfen – sei es, indem sie Tiere füttern oder Holz für ein Feuer sammeln. Denn dies gibt den Kindern eine gute Basis fürs spätere Leben.

Sozialkompetenz fördern

«Kinder sollen in der Spielgruppe so sein können, wie sie sind», sagt Regula Fürer. Deshalb kann es auch einmal sein, dass ein Kind mit dreckigen Kleidern und Schrammen nach Hause kommt. Die Eltern sollten die Spielgruppen-Garderobe also nicht jede Woche waschen – denn beim nächsten Mal sehen sie bestimmt wieder gleich schmutzig aus. Wenn etwa zwei Kinder mit dem Spielzeugtraktor herumfahren möchten, muss das eine hinten anstehen und zuerst etwas anderes machen. «Das fördert die Sozialkompetenz», sagt die dreifache Mutter. Daran würden viele Kindergärtnerinnen und Kindergärtner erkennen, welche Kinder im Jahr zuvor eine Spielgruppe besucht haben.

Ungefähr jede zweite Woche gehen Regula und Urs Fürer mit den Kindern in den Wald. Dort können die Kleinen viele Erfahrungen mitnehmen: Sie erhalten zum Beispiel ein besseres Gleichgewichtsgefühl oder lernen, sich wieder aufzurappeln, nachdem sie über eine Wurzel gestolpert sind. Die beiden Leiter entzünden ein Feuer, woran sich die Kinder auch an kalten Wintertagen wärmen können. Denn nur sehr garstige Verhältnisse halten die Gruppe davon ab, nach draussen zu gehen.

Anmeldungen immer möglich

«Momentan sind fünf Kinder in unserer Spielgruppe dabei», sagt Fürer. Im Verlauf des Winters kommen aber noch zwei Nachbarskinder hinzu, und für den Sommer hat sich bereits ein weiteres Kind angemeldet. «Bei uns kann ein Kind auch während des Schuljahres anfangen», so Fürer. In einer Gruppe haben nicht mehr als acht Kinder Platz, mehr als zwei Gruppen möchte Regula Fürer nicht leiten. Platz für Neuanmeldungen hat es momentan aber noch viel.

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