Spiel und zwei Ränge verloren

FUSSBALL. Zweitligist FC Herisau unterliegt nach einem Treffer in der Nachspielzeit gegen den FC Rorschach 0:1. In der Tabelle büsst die Mannschaft zwei Plätze ein und liegt neu auf Rang 7. Aus drei Spielen der Rückrunde resultieren nur drei Punkte.

Mea Mc Ghee
Drucken
Teilen
Herisaus Stürmer Adnan Salihovic und Ruben Schoch (im Zweikampf) hatten gegen Rorschach einen schweren Stand. (Bild: Lukas Pfiffner)

Herisaus Stürmer Adnan Salihovic und Ruben Schoch (im Zweikampf) hatten gegen Rorschach einen schweren Stand. (Bild: Lukas Pfiffner)

Der FC Rorschach ist nicht bekannt für torreiche Spiele. Die Mannschaft von Trainer Raphael Pöder verfügt über den drittbesten Abwehrwert der Liga und hatte vor der Partie auf dem Herisauer Ebnet erst 14 Treffer aus 13 Spielen auf dem Konto. Umso grösser war der Jubel nach dem Siegestor, das Bosshart in der zweiten Minute der Nachspielzeit erzielte. Rorschachs Captain erkämpfte sich an der Strafraumgrenze den Ball und traf flach ins weite Eck. Es war der emotionale Höhepunkt einer beidseits schwachen Partie.

Vorgabe verfehlt

Das Punktemaximum aus den ersten drei Spielen hatte Herisaus Trainer Fabio de Souza vor der Rückrunde als Ziel genannt. Lange sah es am Samstag auch danach aus, dass es nach dem Startsieg und der Niederlage bei Winkeln wenigstens noch ein Unentschieden gegen den direkten Verfolger geben würde. Schliesslich resultieren aber nur drei Zähler aus dem Sieg gegen Henau. «Wir haben viele Absenzen und müssen in jeder Partie Umstellungen vornehmen», sagte Trainer de Souza. So sei es schwierig, Automatismen zu erarbeiten. Zudem vermisst er die Ideen im Spielaufbau und die Entschlossenheit im Angriff.

Dies äusserte sich vor allem in der ersten Halbzeit darin, dass den Herisauern gegen Rorschach über weite Strecken die Bindung zwischen Mittelfeld und Sturmreihe fehlte. Vieles beruhte auf Zufall und Salihovic und Ruben Schoch erhielten kaum brauchbare Bälle. Zwar wurden manche Angriffe zügig über die Flügel vorgetragen, die Flanken von Caamano und Nesci blieben aber zu oft wirkungslos.

Zweimal übers Tor

Dabei waren die Gastgeber verheissungsvoll in die Partie gestartet: Bereits in der zweiten Minute kam Follador nach einem Freistoss von Caamano im Strafraum frei an den Ball, köpfelte aber übers Tor. Auch Rorschach hatte seine beste Szene der ersten Halbzeit früh (4.), als Hadjadj aus kurzer Distanz übers Tor von Kevin Jung schoss. Es folgten zahlreiche Fehlzuspiele – ohne dass sich die Spieler gross bedrängten – und technische Unzulänglichkeiten bei der Ballkontrolle. «Ihr spaziert zurück wie eine Ferienmannschaft», kritisierte Rorschachs Trainer nach einer Viertelstunde. Seine Spieler reagierten und kamen durch Hadjadj und Gallo zu Möglichkeiten. Insbesondere letztere hatte es in sich: Zunächst wehrte Torhüter Jung in der 39. Minute Gallos Schuss ab, dann befreite der souveräne Keller. So blieb es zur Pause beim 0:0.

Die Gäste nahmen den Schwung mit, und Hadjadj, ihr gefährlichster Mann, prüfte Goalie Jung (55.), der mit dem Fuss abwehrte. Es folgte die attraktivste Phase des Spiels. Herisaus beste Möglichkeit nach dem Seitenwechsel vergab Nesci (62). Auf Vorarbeit von Caamano kam er am weiten Pfosten aus kurzer Distanz zum Schuss. Rorschachs Goalie Laesi hielt dank starkem Reflex. Im Gegenzug war Jung nach einem Fehler Scheideggers gefordert, und in der 66. Minute legte sich Salihovic den Ball zu weit vor, als er nur noch Rorschachs Torhüter vor sich hatte. Die Gäste wollten den einen Punkt halten, und so versammelten sich bei Standards jeweils sämtliche Rorschacher im eigenen Strafraum. Die gut 100 Zuschauer hatten sich wohl schon mit dem torlosen Geschehen abgefunden, als Rorschachs Captain die Partie mit einer Einzelleistung entschied.

Herisau – Rorschach 0:1 (0:0) Ebnet – 104 Zuschauer – Sr. Keskin Tore: 92. Bosshart 0:1. Herisau: Jung; S. Looser, Keller, Scheidegger, Schmid, Caamano, Follador, Cengiz, Nesci (87. Schuler), R. Schoch (75. Wieland), Salihovic (87. D. Schoch). Rorschach: Laesi; Buenopane, Baumann, Haag, Pinto, Hitz (83. Kehl), Bosshart, Morina, Hadjadj; Acklin, Gallo (69. Sepik). Verwarnungen: 25. Scheidegger (Foul), 62. Follador (Foul), 89. Wieland (Foul). Bemerkungen: Herisau ohne Arslan und Petersen (beide Schule), D. Looser (Ferien), Höhener, Djelassi, Gysi (alle verletzt).