Spiel und Klangkultur in Perfektion

Weltklasse-Hornist Radovan Vlatkovic, Angela Golubeva (Violine) und Martin Lucas Staub (Klavier) bezauberten das Publikum in der Kunsthalle Ziegelhütte mit delikatem Programm.

Ferdinand Ortner
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Radovan Vlatkovic (Horn), Angela Golubeva (Violine) und Martin Lucas Staub (Klavier) boten Spiel- und Klangkultur in Perfektion. (Bild: fo.)

Radovan Vlatkovic (Horn), Angela Golubeva (Violine) und Martin Lucas Staub (Klavier) boten Spiel- und Klangkultur in Perfektion. (Bild: fo.)

APPENZELL. Das gemeinsame Auftreten des weltberühmten Hornisten Radovan Vlatkovic mit der Violinistin Angela Golubeva und deren Gatten Martin Lucas Staub, Pianist und Leiter des Schweizer Klaviertrios, entpuppte sich als Glücksfall. Die drei Musiker spielten in unterschiedlichen Besetzungen und schenkten dem Publikum eines der seltenen Musikerlebnisse, die man nie vergisst.

Die Künstler zeigten sich in blendender Verfassung, geprägt von einer sympathischen persönlichen Note, völlig eins in der subtil gestalteten authentischen Interpretation der diffizilen Kompositionen. Sie musizierten mit Engagement und Spielfreude und erfüllten die Vortragsstücke mit pulsierendem Leben und Klangsinnlichkeit.

Feine Spiel und Klangkultur

Faszinierend die perfekte Beherrschung der Instrumente, die vitale musikalische Gestaltungskraft sowie die feine Spiel- und Klangkultur. Während der Hornist mit traumhaft sonorem Ton, perfekter Atemtechnik und Phrasierungskunst brillierte und der Pianist durch nuancierten Anschlag und Rhythmusgefühl bestach, überzeugte auch die Violinistin durch musikalische Kompetenz, Einfühlungsvermögen und feinsinnige Virtuosität.

Einen bezaubernden Konzertauftakt setzten Radovan Vlatkovic und Martin Lucas Staub mit dem innigen «Adagio» und dem leidenschaftlich bewegten «Allegro» op. 70 für Horn und Klavier von Robert Schumann – Paradebeispiele der überschwenglichen Gefühlswelt der Romantik.

In Beethovens dreisätziger Violinsonate in a-Moll, op. 23, überzeugten Angela Golubeva und Martin Lucas Staub mit der ausdrucksstarken Interpretation eines Meisterwerkes, das von vorwärts drängender Rhythmik und Dramatik geprägt ist.

Grossartiges Horntrio

Das mit Spannung erwartete Horntrio in Es-Dur, op. 40, von Johannes Brahms wurde zum triumphalen Höhepunkt des Konzertabends. Mit diesem epochalen Werk romantischer Kammermusik – in der ungewöhnlichen Besetzung mit Horn, Violine und Klavier komponiert – löste durch die «poetische» Klangfarbe des Hornes Assoziationen an Wald, Einsamkeit und die Vergänglichkeit des Glücks aus.

Die atemlos lauschenden Zuhörer erlebten eine packende spannungsvolle Interpretation des farbigen Werks. Der strahlende furiose Schluss des farbenprächtigen Werks löste solch stürmischen Beifall aus, dass sich das Künstlertrio mit einem Dacapo des farbigen zweiten Satzes bedankte.

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