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Spezielle Kampfwahl in Herisau: Dieser Verwaltungsmitarbeiter tritt gegen den eigenen Gemeindepräsidenten an

Der seit letztem Herbst bei der Gemeinde Herisau angestellte Kurt Geser hat sich für einen Sololauf entschieden: Er kandidiert gegen Renzo Andreani als Gemeindepräsident. Dieser zeigt sich völlig überrascht ob der unerwartet neuen Situation.
Roger Fuchs
Kurt Geser hat sich für Sololauf entschieden: Er kandidiert ohne Partei im Rücken für das Gemeindepräsidium in Herisau. Bild: Astrid Zysset

Kurt Geser hat sich für Sololauf entschieden: Er kandidiert ohne Partei im Rücken für das Gemeindepräsidium in Herisau. Bild: Astrid Zysset

Die am Donnerstagnachmittag kursierende Meldung, Gemeindepräsident Renzo Andreani würde bei den Gesamterneuerungswahlen attackiert, ist keine Finte. Kurt Geser, Bereichsleiter Bauberatungen und Baubewilligungen, will neuer Gemeindepräsident von Herisau werden. Er sei parteilos und habe keine Gruppierung um sich, sagt der 58-Jährige auf Anfrage. Zu seiner Motivation hält er fest:

«Andere schreiben ihre Memoiren, ich will die Gemeinde aktiv mitgestalten.»

Auf die Frage, ob er denn mit der Arbeit des amtierenden Präsidenten Renzo Andreani nicht zufrieden sei, gibt sich der Kandidat bedeckt. Er schaue in die Zukunft und nicht zurück. Deshalb erlaube er sich keine Voten zur Vergangenheit. Angesichts weiterer Veränderungen in der Exekutive hält Kurt Geser fest, dass mit den neuen Gemeinderätsmitgliedern wohl eine veränderte Kultur den künftigen Herisauer Gemeinderat prägen werde. Als ein kurzfristiges politisches Ziel nennt er den parkplatzfreien Obstmarkt. Als Ersatz möchte er unter dem Obstmarkt gedeckte Parkplätze realisieren. Überhaupt sei es die Zentrumsentwicklung, die Herisau in den nächsten Jahren beschäftige, so der Überraschungskandidat in einer ersten Stellungnahme.
Politische Ämter hat Kurt Geser bislang keine inne gehabt. Stattdessen unterstreicht er seine Unabhängigkeit und Parteilosigkeit. Allerdings amtiere er seit 2012 als Kantonsrichter im Nebenamt.

Über zwanzig Jahre in Herisau zu Hause

Seit Herbst arbeitet Kurt Geser nun im Gemeindehaus. Zuvor war er Leiter Immobilien bei der Pensionskasse Asga in St.Gallen. Geser ist verheiratet und Vater einer Tochter. «In Herisau wohne ich bereits seit über zwanzig Jahren», sagt er. Die Tatsache, dass er nun mit der Kandidatur seinen Chef Renzo Andreani attackiert, könnte von aussen betrachtet zu einem schwierigen Verhältnis führen. Geser hofft dies allerdings nicht. Es seien schliesslich Gesamterneuerungswahlen.

Andreani selbst zeigt sich überrascht ob der Gegenkandidatur. Er sei nicht davon ausgegangen, dass es zur Kampfwahl um sein Amt kommen wird. «Alle Parteien haben bekannt gegeben, dass sie meine Wiederwahl unterstützen werden. Daraus konnte ich ableiten, dass meine Arbeit grossmehrheitlich geschätzt wird», so der amtierende Gemeindepräsident. Zu seinem Herausforderer will er sich gegenwärtig nicht weiter äussern.

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