SPEICHER: Wirkung über den Moment hinaus

Das Projekt «Speicher krea(k)tiv», angestossen von der Kulturkommission, findet mit dem Erscheinen eines Werkkatalogs seinen Abschluss. Am Samstag wurde er vorgestellt.

Martin Hüsler
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Auch sie haben sich in ihren Schulklassen sowie eigenständig an «Speicher krea(k)tiv» beteiligt. (Bild: HÜ)

Auch sie haben sich in ihren Schulklassen sowie eigenständig an «Speicher krea(k)tiv» beteiligt. (Bild: HÜ)

Martin Hüsler

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Ganz korrekt ist das eigentlich nicht mit diesem Abschluss. Die hinter dem Erstellen eines Werkkatalogs stehende Absicht geht nämlich in Richtung Langzeitwirkung. Der von Grafiker Silvio Seiler sehr ansprechend gestaltete Katalog soll über den Moment hinaus festhalten, was in Speicher an Ideenvielfalt vorhanden ist, wenn sie denn auf geeignete Weise zum Leben erweckt wird.

Zur Erinnerung: Den Erweckungsprozess brachte die Kulturkommission in Gang. Hermi Widmer als federführendes Kommissionsmitglied entwickelte das Projekt «Speicher ­krea(k)tiv», dessen Ziel es ursprünglich war, im renovierten Buchensaal ein Bild oder eine der Saalwände zu gestalten. Hiezu galt es, das Thema «9042 Speicher» möglichst prägnant umzusetzen – und dies auf einer von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Grundplatte von einem Quadratmeter. Es gingen schliesslich 17 Arbeiten ein, die nach der Heraufsetzung des Preisgeldes in Erweiterung des Projektziels allesamt von der Gemeinde angekauft wurden und nun gemeindeeigene Liegenschaften schmücken.

Ausstellung zum Jubiläum

Bis zum 14. Mai sind die Werke jetzt allerdings noch zu einer ­Ausstellung im Hof Speicher vereinigt. Anlass dazu gibt das zehnjährige Bestehen des Hofs Speicher. Die am letzten Samstag vonstatten gegangene Präsentation des Werkkatalogs – er soll in den nächsten Tagen in jeden Speicherer Haushalt gelangen – war denn auch eingebettet in die Eröffnung der Ausstellung. Möglich geworden ist das alles dank der Grosszügigkeit der Stiftung «Leben im Alter» und der Betriebsgesellschaft Hof Speicher AG.

«Mit der Ausstellung im Hof und mit den Porträts im Werkkatalog möchten wir den Effort der Teilnehmenden nochmals würdigen und sicherstellen, dass unser Projekt in Speicher einen kleinen Fussabdruck hinterlässt», fasste Hermi Widmer an der gut besuchten Vernissage den hinter allem stehenden Gedanken zusammen. Er dankte sowohl den Teilnehmenden als auch der Gemeinde «für den spontanen Beschluss, sämtliche 17 Werke anzukaufen und der Öffentlichkeit permanent zugänglich zu machen». Sein Dank galt auch der Stiftung «Leben im Alter», der Betriebsgesellschaft Hof Speicher AG sowie dem Museum für Lebensgeschichten und allen, die am Entstehen des Werkkatalogs ihren Anteil hatten. «Das ­gesamte Projekt ist zu hundert Prozent ein Speicherer Eigen­gewächs», verkündete Hermi Widmer mit Stolz.

Das Gefühl, dazuzugehören

Gemeindepräsident Peter Langenauer zeigte sich erfreut über den manifest gewordenen Erfolg des Projekts, an dem sich Menschen zwischen 12 und 72 Jahren beteiligt hätten. Es sei gut zu wissen, dass in einer Gemeinde solches überhaupt möglich werden könne. Am Beispiel der von einer 6. Klasse gefertigten Arbeit «Wir sind Speicher» lasse sich auf anschauliche Weise das Gefühl ableiten, dazuzugehören. Auch Peter di Gallo vom Hof Speicher gab seiner Genugtuung über Ausstellung und Werkkatalog Ausdruck.

«Speicher krea(k)tiv» ist dank Paul Hollenstein auf der WikiSpeicher-Plattform über die QR-Reader-App abrufbar.