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SPEICHER: Vegan leben, essen und schreiben

Wer bei Sandra Weber frühstückt, isst nur pflanzliche Lebensmittel. Die Speichererin ist seit vier Jahren Veganerin. Der Wandel ihres Lebensstils motivierte sie nicht nur zu einem veganen Frühstückscafé, sondern auch zu einem Magazin.
Stephanie Sonderegger
Das vegane Magazin «Vlowers» liegt in ausgesuchten Lokalitäten der Schweiz auf und kann online abonniert werden unter www.vlowers.ch. (Bild: pd)

Das vegane Magazin «Vlowers» liegt in ausgesuchten Lokalitäten der Schweiz auf und kann online abonniert werden unter www.vlowers.ch. (Bild: pd)

SPEICHER. Nein, Sandra Weber ist keine Klischee-Veganerin mit Birkenstocklatschen, ungemachten Haaren und alternativer Bekleidung. Die frei arbeitende Texterin mit einem Master in Texten und Publizieren für Unternehmen ist eine modern gekleidete, gesund aussehende Frau, die ihren Traum lebt. Seit Frühling 2015 bringt die Speichererin viermal im Jahr das vegane Magazin «Vlowers» heraus. Unter dem gleichen Namen bloggt und organisiert sie jeden Sonntag einen veganen Brunch in einem Café in Zürich.

Eine bewusste Entscheidung

«Ich lebe seit vier Jahren vegan», erzählt Sandra Weber. Da sie bereits seit ihrem 13. Lebensjahr kein Fleisch und später auch keinen Fisch mehr gegessen habe, sei ihr die Umstellung nicht schwer gefallen. «Ich habe mich stark mit der Thematik auseinandergesetzt und gemerkt, dass es für mich nicht mehr stimmt, tierliche Produkte zu konsumieren.» Sandra Weber spricht bewusst von «tierlich» und nicht von «tierisch». Ebenfalls bewusst wählte sie ihre neue Lebensweise, die nicht nur eine Umstellung der Ernährung, sondern auch ein Umdenken in anderen Bereichen forderte. So tragen Veganerinnen und Veganer meist ausschliesslich Kleidung aus pflanzlichen Produkten. Zudem vermeiden sie Kosmetik mit tierischen Inhaltsstoffen. «Bereits gekaufte Produkte aus Leder habe ich deswegen aber nicht weggeworfen.»

Sandra Webers Wurzeln liegen zwar in Zürich, doch aufgewachsen ist die Veganerin ab ihrem sechsten Lebensjahr in Speicher. Nach der obligatorischen Schulzeit besuchte sie die Handelsmittelschule in Trogen. Sie machte eine Weiterbildung in der Reisebranche, wo sie anschliessend rund zwölf Jahre tätig war. Der direkte Bezug zur Stadt Zürich kam mit einer Anstellung. «Anfangs bin ich immer gependelt», sagt sie. «2005 bin ich dann nach Zürich gezogen.» Seither kann sich Sandra Weber das Leben auf dem Land nicht mehr vorstellen. «Ich bin definitiv ein Stadtmensch.»

Backen und schreiben

Die Stadt ist es auch, die der 40-Jährigen die vegane Lebensweise einfacher macht. «In Zürich gibt es inzwischen einige vegane Restaurants», sagt Sandra Weber, die jeweils sonntags ein veganes Frühstück in einem Café in Zürich-Wipkingen anbietet. «Erst habe ich Kurse für veganes Frühstück gegeben. Darauf kam die Idee mit dem Café», erzählt sie. Aus 20 wurden innerhalb kürzester Zeit 45 Gäste, die jeweils sonntags ihre Speisen probieren. Dabei setzt die Speichererin auf ein vielfältiges Angebot. So backt sie unter anderem kleine Käslein aus Cashewkernen. «Die kommen bei den Gästen sehr gut an.»

Doch das Backen und Frühstückmachen waren Sandra Weber nicht genug. Als sie in einer Teilzeitanstellung für ein Kundenmagazin zuständig war, kam ihr der Gedanke zu einer veganen Zeitschrift. Zusammen mit der Grafikerin Carolina Flores bringt sie seither das Magazin «Vlowers» heraus. Dort schreibt sie über vegan lebende Menschen, gibt Tips zu Restaurants und informiert zu gesundheitlichen Themen.

«Es braucht Aufklärungsarbeit. Fehlendes Wissen führt zu Vorurteilen», davon ist Sandra Weber überzeugt. Ihr ist bewusst, dass der Lebensstil besonders in ländlichen Gegenden auf Unverständnis stösst. Auf einen Wandel hofft sie trotzdem. Dass der Veganismus Einzug hält, zeigt die zunehmende Einführung von pflanzlichen Produkten. So ist neuerdings auch die Marke «Veganz» in vielen Coop-Filialen erhältlich. Für die Veganerin ist das ein Weg in die richtige Richtung. Sie hofft, dass der Trend anhält und künftig auch mehr vegane Bekleidungs- und Schuhgeschäfte entstehen. «Stylische Läden an guter Lage hätten definitiv Potenzial.»

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