SPEICHER: Per Klick in die Drogerie

Die Drogerie Sonderegger vertreibt ihre Produkte seit einem Jahr über einen eigenen Onlineshop. Dessen Inhaber zieht eine positive Bilanz. Allerdings sei der Schritt nicht für jeden Ladenbesitzer geeignet.

Karin Erni
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Der Onlinehandel wächst kontinuierlich. Mehr als ein Viertel aller Heimelektronik und fast ein Fünftel aller Kleider wird in der Schweiz bereits im Internet gekauft. Doch auch Kosmetik- und Körperpflegeprodukte verzeichnen hohe Zuwachsraten. Von diesem Trend möchte die Drogerie Sonderegger in Speicher profitieren. Seit einem Jahr betreibt Michael Sonderegger unter dem Namen <%LINK auto="true" href="http://www.puravita.ch" text="www.puravita.ch" class="more"%> einen Onlineshop. Der studierte Betriebsökonom hatte an einer früheren Stelle mit E-Commerce zu tun und überredete seinen Vater Meinrad, den Einstieg ins Online-Geschäft zu wagen.

Nach einem Jahr können die beiden positive Bilanz ziehen. Der Shop ist nicht nur gut gestartet, sondern hat auch Arbeitsplätze im Dorf generiert. Sonderegger konnte eine Drogistin sowie Teilzeit-Personal zur Produktpflege, Konfektionierung und Verpackung der Postlieferungen einstellen. «Der Online-Handel ist sehr preissensitiv. Entsprechend geben wir im Einkauf erzielte Rabatte vollumfänglich an unsere Kunden weiter», sagt Michael Sonderegger. Gesetzlich ist es nicht erlaubt, Medikamente über das Internet zu vertreiben. Das Sortiment von Puravita beschränkt sich daher auf Kosmetik, Nahrungsergänzungsmittel, Diät-, Reform- Baby-, Sanitäts- und Hygieneprodukte sowie Putzmittel. Das Besondere: wer Fragen hat, kann sich von ausgebildeten Drogistinnen telefonisch beraten lassen. Die Kunden bestellen hauptsächlich aus der Deutschschweiz. «Leider ist unser Shop im Moment nur in deutscher Sprache gehalten. Das werden wir allenfalls in einem späteren Schritt ändern.» Geliefert wird die Ware in der Regel innert zwei bis drei Tagen. Bei Nischenprodukten kann es längere Lieferfristen geben. Trotz des guten Starts würde Michael Sonderegger nicht jedem Ladenbesitzer raten, in den Onlinehandel einzusteigen. «Der Aufwand zur Pflege einer E-Commerceseite ist nicht zu unterschätzen. Am Anfang stehen grosse Investitionen in Form von vielen Arbeitsstunden», so der Jungunternehmer. «Jeder der rund 10000 Artikel muss mit detaillierter Produktbeschreibung und Bild ins System eingegeben werden. Und auch der Betrieb ist aufwendig. Man muss die Internetseite pflegen, wie eine reale Drogerie. Die Produktebilder, -beschriebe und die Preise müssen immer aktuell sein.» Eine weitere Schwierigkeit bestehe darin, dass der Onlineshop unter den Millionen von Seiten im Netz überhaupt gefunden werde, so Sonderegger. «Um bei den Suchmaschinen in den ersten Resultaten gelistet zu werden braucht es einiges an Fachwissen und Zeit. Das Wichtigste ist aber ein flexibles und hochmotiviertes Team. Zum Glück haben wir das!» Drogerien leiden unter dem Einkaufstourismus. «Es ist stossend, dass Produkte ennet der Grenze teilweise weniger kosten, als wir sie vom Hersteller beziehen können», so Sonderegger. Er ist froh, mit dem Online-Shop etwas Gegensteuer geben zu können.

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

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