SPEICHER: Nachfolger gesucht

Der Gemeindepräsident Peter Langenauer hat auf Ende Mai 2018 seinen Rücktritt angekündigt. Der Ball liegt nun bei den Parteien.

Elias Eggenberger
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Peter Langenauer wurde 2009 zum Gemeindepräsidenten von Speicher gewählt. (Bild: APZ)

Peter Langenauer wurde 2009 zum Gemeindepräsidenten von Speicher gewählt. (Bild: APZ)

Elias Eggenberger

elias.eggenberger@

appenzellerzeitung.ch

Peter Langenauer, Gemeindepräsident von Speicher und FDP-Politiker, wird Ende Mai 2018 sein Amt niederlegen. Ganz so überraschend komme das nicht, sagt Langenauer: «Ich werde im Herbst 65 Jahre alt und habe beschlossen, zurückzutreten. Die Parteien waren darauf vorbereitet, dass ich nicht mehr lange im Amt sein werde. Gewählt wurde ich ja eigentlich bis 2019.» Bei der Suche nach einem Nachfolger wird sich Langenauer nicht einmischen. «Falls meine Hilfe aber gebraucht wird, bin ich selbstverständlich verfügbar», sagt der 64-Jährige. Mit der frühen Ankündigung seines Rücktritts lässt er den Beteiligten genügend Zeit, um einen Nachfolger zu finden. Ganz ohne Wehmut wird Langenauer nicht gehen. «Ich habe viel Herzblut investiert. Wir haben in Speicher in den letzten Jahren sehr viel aufgebaut. Es ist in meinem Sinn, wenn die aktive Vorwärtspolitik so beibehalten wird.» Es sei nicht selbstverständlich, dass in einer Gemeinde alles so rundlaufe wie in Speicher. «Aber man kann nie wissen, wer als nächstes kommt.»

Gefordert bei der Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger sind vor allem die Parteien. Willy Troxler von der SP Speicher/Trogen sagt: «Die Parteipräsidentenkonferenz (PPK) diskutierte das Thema bereits kurz. Es ist aber noch alles of­fen, und die Nachfolgeregelung von Peter Langenauer wird Thema sein an der nächsten Sitzung ­ der PPK.» Eine Kandidatin oder ein Kandidat aus den eigenen ­Rei­hen sei sicher wünschenswert, müsse aber nicht unbedingt sein.

Kompromisse müssen eingegangen werden

Ähnlicher Meinung ist die SVP: «Wir haben Interesse daran, einen Kandidaten zu stellen. Das ist unsere Aufgabe.» Als erstes bespreche man die Möglichkeiten an einer Sitzung, sagt Anick Volger, Präsident SVP Speicher. «Ein Gemeindepräsident oder auch ein Gemeinderat muss allen passen.» Der neue Gemeindepräsident müsse nicht zwingend aus der eigenen Partei kommen. «Wichtig ist, dass wir zusammen mit den anderen Parteien einen geeigneten Kandidaten finden.» Dafür sei die SVP auch bereit, Kompromisse einzugehen. «Wir können bei Gemeinderatswahlen nicht dieselbe Strategie fahren wie bei Kantonsratswahlen.» Es gehe um Personalpolitik, nicht um Parteipolitik. Dankbar zeigt sich Volger für die frühzeitige Ankündigung des Rücktritts. «Einen neuen Präsidenten zu finden, ist ein langwieriger Prozess.» Dass in Speicher ein 100-Prozent-Pensum besetzt werden müsse, erschwere die Kandidatensuche zusätzlich. Die FDP lobt die hervorragende Arbeit, die Langenauer geleistet hat. «Einen adäquaten Nachfolger zu finden, ist eine Herausforderung», sagt Roland Fischer, Präsident der Ortssektion. Ohne der nächsten Vorstandssitzung vorgreifen zu wollen, gehe er davon aus, dass sich ein Findungskomitee dieser Sache annehmen werde. «Für die FDP als grösste Partei von Speicher und Ausserrhoden ist es interessant, diese Stelle mit einem Kandidaten aus der Partei zu besetzen», so Fischer. In der Gemeinde stehe Parteipolitik jedoch nicht im Vordergrund. «Die PPK trifft sich regelmässig, und gemeinsam werden wir auch über die Parteigrenzen hinaus nach einer geeigneten Persönlichkeit suchen.» Auch Damian Kaeser, Präsident des politischen Vereins Standpunkt, ist interessiert an einer einvernehmlichen Lösung mit der PPK. «Der Idealfall wäre, wenn wir eine Person finden, die eine breite Unterstützung geniesst.»