SPEICHER: Mehr Genossenschafter nötig

Zur Finanzierung der Überbauung Unterdorf soll eine Wohnbaugenossenschaft gegründet werden. Dazu braucht es aber noch mehr Leute, die einer solchen vertrauen. Der Zeitplan steht.

Roger Fuchs
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Gemeindepräsident Peter Langenauer informiert über die Jahresrechnung 2016 der Gemeinde Speicher. (Bild: Roger Fuchs)

Gemeindepräsident Peter Langenauer informiert über die Jahresrechnung 2016 der Gemeinde Speicher. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

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@appenzellerzeitung.ch

Für 30 bis 35 Millionen Franken ist im Gebiet Unterdorf in Speicher eine Wohnüberbauung geplant. Projekt und Fahrplan stehen. Zur Finanzierung sind noch Anstrengungen notwendig, wie am Dienstag an einer öffentlichen Versammlung zu erfahren war. Geplant ist, das Ganze über eine gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft zu realisieren. «Wir glauben an die Gründung einer Genossenschaft, doch wir brauchen noch mehr Leute, die uns ihr Vertrauen schenken», sagte Gemeinderat Fredy Zünd, Mitglied der Arbeitsgruppe «Finanzierung Unterdorf». Bislang sei ein Betrag von 650 000 Franken zusammen. Noch habe man ein halbes Jahr Zeit, um zu Beiträgen zu kommen und die Millionengrenze zu knacken. «Wir hoffen, Ende Jahr die Wohnbaugenossenschaft mit Einheimischen gründen zu können», so Zünd. Des weiteren kündigte er an, den Betrag für eine Mitgliedschaft «irgendwann» zu senken.

Aus den Reihen der rund siebzig anwesenden Bürgerinnen und Bürger kam der Hinweis, für die Genossenschaft Unterstützungsgelder beim Bund abzuholen. «Je mehr Subventionen abgeholt werden, desto grösser die Auflagen», antwortete Zünd. Ein definitiver Entscheid in dieser Frage sei noch nicht gefällt.

Planungen für «Schönenbühl» aufgegleist

Weitere Themen waren die Jahresrechnung sowie die Situation bei der Liegenschaft Schönenbühl. Hierbei handelt es sich, wie Gemeindepräsident Peter Lan­genauer aufzeigte, um verschiedene Gebäude – eines wird als Hotelbetrieb genutzt, andere dienen der Landwirtschaft. Ziel ist es, die Betriebe zu trennen, beim Landwirtschaftsbetrieb bauliche Verbesserungen zu tätigen und diesen Teil schliesslich mittels Baurechtsvertrags an das Ehepaar Frick abzugeben.

Aktuell wohnen Fricks im Pächterhaus «Vorderer Flecken». Dieses Haus will der Gemeinderat später verkaufen, wobei die entsprechenden Modalitäten noch festzulegen seien, so Lan­genauer, der zugleich klarstellte: «Das Haus ist bis jetzt niemandem versprochen.» Die Vorstellung dieses Geschäfts wurde ebenso stillschweigend zur Kenntnis genommen wie die Ausführungen zur Jahresrechnung 2016. Diese schliesst bei einem Gesamtaufwand von 26,8 Millionen Franken mit einem Gewinn von 604 000 Franken. Das ist ein Besserabschluss gegenüber dem Voranschlag von 557 000 Franken. Der Gewinn ist unter anderem auf Mehrerträge aus den Sondersteuern, den Steuern für juristische Personen sowie Entnahmen aus den Abschreibungsreserven zurückzuführen. Bei den Steuern der natürlichen Personen wurde der Voranschlag um rund eine Million Franken verfehlt. Langenauer begründete dies mit der Tatsache, dass die Berechnung der Steuern auf dem Rechnungsjahr 2014 erfolgte. Und da hätte man ein eher einmaliges Ergebnis erzielt. Ausserdem führte eine neue Software dazu, dass der Kanton bei den Veranlagungen im Rückstand liege. «Das ist für uns eine Blackbox», so Peter Langenauer. In den weiteren Ausführungen zur Rechnung wies der Gemeindepräsident auf Kreditüberschreitungen hin und begründete diese. Bis zum 2. Juni läuft nun die Frist für das fakultative Referendum.

Gemeinderätin Natalia Bezzola streifte zum Schluss noch das Projekt «Wohnen im Alter». Da soll im Herbst eine Abstimmung stattfinden. «Man will an eine zu gründende Genossenschaft den Boden am Standort Oberwilen im Baurecht abgeben», präzisierte Langenauer nach der Versammlung.