Speicher: Aus dem Schützenhaus soll ein Kulturlokal werden

Die Gemeinde Speicher plant die Umnutzung des Schützenhauses. Entstehen soll ein Kulturraum, den Vereine und Private nutzen dürfen. Die hierfür notwendige Sanierung kostet rund eine halbe Million Franken.

Astrid Zysset
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Das Schützenhaus in der Vögelinsegg wird seit September 2019 nicht mehr genutzt. Nun soll es umgebaut und für kulturelle Zwecke zugänglich gemacht werden.

Das Schützenhaus in der Vögelinsegg wird seit September 2019 nicht mehr genutzt. Nun soll es umgebaut und für kulturelle Zwecke zugänglich gemacht werden.

Bild: Astrid Zysset

Das Schützenhaus in der Vögelinsegg soll umgebaut werden. Das Vorbild ist das Zeughaus in Teufen. Dieses befindet sich seit Jahren im Besitz der Gemeinde und wird für kulturelle Veranstaltungen und Dauerausstellungen genutzt. Speicher plant ähnliches, wenn auch eine Nummer kleiner.

«Wir haben immer mal wieder Anfragen von Vereinen und Privaten, welche Räumlichkeiten für kulturelle Anlässe in unserer Gemeinde suchen», sagt Gemeindepräsident Paul König. Bislang gibt es in Speicher jedoch nur Säle und Besprechungszimmer. Ein Kulturraum, in welchem längerfristig etwas entstehen kann oder Dauerausstellungen ihren Platz finden, fehlt. König spricht von einem «durchmischten Kulturraum für ein grösseres Publikum», der im Schützenhaus entstehen soll.

Kontrolle über kantonales Schutzobjekt

Was mit dem Schützenhaus geschehen soll, war lange ungewiss. Eine durch den Gemeinderat einberufene Arbeitsgruppe hat diverse Abklärungen getätigt. Auch ein Verkauf der Liegenschaft wurde geprüft. Davon wollte der Gemeinderat jedoch absehen. Denn: «Das Schützenhaus ist ein kantonales Schutzobjekt. Auch wenn bei einer Veräusserung die Nutzung eingeschränkt gewesen wäre, konnten wir nicht sicher sein, was dort entstehen wird», so König. Der Gemeinderat war sich einig, dass er die Kontrolle über die Zukunft des für die Gemeinde und die Schützen geschichtsträchtigen Hauses nicht verlieren wollte.

Sanierung soll im kommenden Jahr beginnen

An seiner vergangenen Sitzung stimmte der Gemeinderat der Sanierung und dem Ausbau des Schützenhauses dann im Grundsatz zu. Für das laufende Jahr 2020 wurde ein Nachtragskredit in der Höhe von 10'000 Franken bewilligt, damit für die Umnutzung die notwendigen Unterlagen für die Baubewilligung erstellt und der Baubewilligungskommission wie auch dem Kanton zur Vorprüfung unterbreitet werden können. Ein Kostenvoranschlag für die notwendigen Umbauarbeiten soll anschliessend veranlasst werden. Ersten Schätzungen zufolge beläuft sich dieser auf rund eine halbe Million Franken.

Ist das Schützenhaus denn in einem schlechten Zustand? «Nein», sagt König. Aber selbst bei einer sanften Renovation kommt bei einem relativ grossen Gebäude ein namhafter Betrag zusammen. Vorgesehen ist unter anderem eine Isolierung wie auch der Einbau zusätzlicher Fenster. Wann der Baubeginn erfolgen wird, ist unklar. Die Budgetplanung 2021 sei jetzt im Gange, allerdings liegen noch nicht alle Zahlen sämtlicher Ressorts vor. «Wir hoffen, dass wir das Projekt in den nächsten Voranschlag reinnehmen können», so der Gemeindepräsident weiter. So könnten die Umbauarbeiten bereits im kommenden Jahr beginnen. Einen Zeitdruck gebe es zwar nicht, heisst es seitens der Gemeinde. Doch das Gebäude möchte man nicht unnötig lange ungenutzt lassen.

Viele Investitionen stehen an

Das Gemeindebudget sieht ein relativ grosses Investitionsvolumen von bis zu 35 Millionen Franken für die nächsten zehn Jahre vor. Kann sich Speicher eine zusätzliche Ausgabe da leisten? «Sorgen, dass die Sanierung nicht drin liegt, habe ich nicht», so König. Im kommenden Jahr stehen zuerst die ersten Tranchen der grossen Projekte wie der Sanierung des Hallenbades und des Gemeindehauses an. Die halbe Million Franken für die Renovation des Schützenhauses würde über 40 Jahre abgeschrieben. Mit rund 12'500 Franken pro Jahr würde die Investition somit in den Folgejahren in Form von Abschreibungen zu Buche schlagen.

Um 1910 wurde das Schützenhaus erbaut. Derzeit steht es leer. Der Schiessbetrieb wurde nach dem Endschiessen am 7. September 2019 eingestellt. Die Militärschützen aus Speicher wurden in Gais aufgenommen.