Speerspitz

Hallo Forellen, bitte aufwachen! Fischen als Hobby kann einen echt fertig machen. Erst galt es, für ein halbes Jahr eine Pause einzulegen.

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Hallo Forellen, bitte aufwachen!

Fischen als Hobby kann einen echt fertig machen. Erst galt es, für ein halbes Jahr eine Pause einzulegen. Und nun, da die verordnete Pause endlich vorbei ist, scheinen sich die Forellen meines Vereinsgewässers noch immer im Tiefschlaf statt auf der Jagd zu befinden.

Dabei habe ich alle Vorbereitungen getroffen und mich über die Winterpause mit Hilfe von Videos, Büchern und an den Seen auf die anstehende Saison vorbereitet.

Im November hatte ich sogar ein Härte-Training in Irland absolviert, als ich es auf dicklippige Meeräschen (Mullets) versuchte – es gibt keinen anderen Fisch, der beim allergeringsten Verdacht den Köder so gut ignorieren kann. Auch in Sachen Jagdzauber bin ich nicht auf der faulen Haut gelegen. Ich habe meinen Kollegen gebeten – er weilt im fernen Asien – nicht an mich zu glauben.

Meine grössten Fische habe ich nämlich dann gefangen, wenn er kurz zuvor meinte: «Du fängst sowieso nichts». Noch besteht die Hoffnung, dass es an der langen Leitung oder einer schlechten telepathischen Verbindung zwischen Asien und Europa liegt. Selbst die Methode, die mir kurz vor Ende der letzten Saison viele Bisse bescherte, hat noch nicht den erhofften Erfolg gebracht. Dabei wähnte ich mich schon mit einer Eröffnungs-Forelle über der magischen 50-Zentimeter-Grenze.

Solche wurden zwar auch dieses Jahr gefangen, aber nicht dort, wo ich mich während des morgendlichen Schneetreibens am 16. März aufhielt.

Ganz vergebens war meine Ferienwoche zur Saisoneröffnung dennoch nicht. Das frühlingshafte Wetter nach dem Eröffnungstag hat mir die erfolglosen Stunden am Wasser etwas versüsst. Und so warte ich nun geduldig bis auch die Forellen den Frühling spüren und wieder wacker zubeissen.

Matthias Giger

m.giger@toggenburgmedien.ch

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