Speerspitz

Nein, ich habe alles, danke. Wenn auf der Frühstückskarte steht, «1 Stück Käse», dann ist doch davon auszugehen, dass da ein leckeres Stück Toggenburger Käse auf meinem Teller landet.

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Nein, ich habe alles, danke.

Wenn auf der Frühstückskarte steht, «1 Stück Käse», dann ist doch davon auszugehen, dass da ein leckeres Stück Toggenburger Käse auf meinem Teller landet. Erstens, weil unsere regionalen Produzenten echt tollen Käse anbieten und zweitens, weil anzunehmen ist, dass Toggenburger Restaurants auch Toggenburger Gewerbe unterstützen. Und drittens: Weil das Menu ordentlich was kostet. Falsch. Auf meinem Teller finde ich ein verpacktes Stückli «la vache qui rit». Na toll, ich kann Streich-Weichkäse nicht ausstehen. Nun denn, nächster Versuch: Znacht an einem Toggenburger Open Air. Ein Schnitzelbrot mag gut und gerne acht Franken wert sein. Doch zwei lieblos aufeinander gepappte Brotscheiben, ein Stückli sehr fettiges, knorpliges Schweinefleisch und eine äusserst fragwürdige und noch dazu viel zu wenig Sauce sind nicht gleich ein Schnitzelbrot. Selbst wenn der Gewinn in die Vereinskasse des örtlichen Chors fliesst nicht. Und was ich als allerletztes will: Dass mich die Kellnerin in einem Speiserestaurant um eine Zigi bittet, während ich grad das Essen zu geniessen versuche, welches ich ihr dann mit Trinkgeld verdanken sollte. Ich bin kein Gourmet – aber Essen darf doch auch Freude bereiten.

Zum Glück gibt's die anderen, die mich wissen lassen, dass es doch nicht so schlimm steht um unsere Gastronomie. Zum Beispiel der Wirt, der schon weiss, was ich essen will und mit welcher Beilage, bevor ich mich selbst davon überzeugt habe. Und der mir ohne nachzufragen den Kafi ohne Milch und Zucker, dafür mit einem Extra-Schöggeli serviert. Oder meine gute Fee in Form der Bäckerin. Die mich während des Wochenenddienstes, an dem ich so vieles lieber tun würde als im Büro zu sitzen, mit einem frischen Erdbeertörtli beschenkt. Einfach so.

Olivia Hug

olivia.hug@toggenburgmedien.ch