Speerspitz

Geld gespart – dank der Polizei Kürzlich musste ich mit dem Auto zu einem Termin nach Wil fahren. Kaum biege ich von unserer Redaktion in die Ebnaterstrasse ein, bemerke ich unmittelbar hinter mir einen Streifenwagen der Kantonspolizei.

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Geld gespart – dank der Polizei

Kürzlich musste ich mit dem Auto zu einem Termin nach Wil fahren. Kaum biege ich von unserer Redaktion in die Ebnaterstrasse ein, bemerke ich unmittelbar hinter mir einen Streifenwagen der Kantonspolizei. Unwillkürlich straffe ich mich in meinem Sitz und etliche Gedanken schiessen mir durch den Kopf: Bin ich angeschnallt? Ja. Den Blinker hatte ich doch gesetzt, als ich in die Strasse einbog? Ich denke schon. Mit Licht fahre ich ohnehin auch bei Tag, auch wenn es in der Schweiz gesetzlich (noch) nicht vorgeschrieben ist. Bis jetzt habe ich also nach meinem Dafürhalten alles richtig gemacht, so dass es für die zwei Herren in Uniform keinen Grund gibt, sich näher mit mir beschäftigen zu wollen. Eigentlich sollte ich – nachdem ich seit bald 22 Jahren im Besitz des Führerscheins bin – mir meiner Fahrweise sicher sein. Dennoch fühle ich mich schlagartig wieder in die Zeit meiner ersten Fahrstunden zurückversetzt. So murmle ich vor dem Einbiegen in Wilerstrasse leise vor mich hin: «Blinker setzten, Rückspiegel kontrollieren, Seitenblick, sauber einspuren.» Leider tut es mir der Streifenwagen gleich und biegt nicht nach links in Richtung Zentrum ab, sondern bleibt mir hartnäckig auf den Fersen. «Wollen die etwas von mir?» Eigentlich ein saudummer Gedanke. Die haben einfach denselben Weg wie ich. Dennoch streift mein Blick öfters den Rückspiegel als gewöhnlich. Ich bremse prophylaktisch schon weit vor dem Fussgängerübergang bei der Tankstelle ab, obwohl ich noch gar nicht wissen kann, ob der Spaziergänger, der in der Nähe des Zebrastreifens ist, überhaupt die Strasse überqueren will. Langsam beschleunige ich wieder, bis die Nadel auf dem Tacho genau 50 Kilometer pro Stunde anzeigt. Die Patrouille begleitet mich bis hinunter nach Lütisburg, wo sie schliesslich nach rechts abbiegt – ohne mich zu behelligen.

Vielleicht bin ich ja paranoid. Aber die Anwesenheit der Polizei ruft bei mir gelegentlich gemischte Gefühle hervor. Wenigstens spare ich mir jetzt das Geld für einen allfälligen Fahrschul-Auffrischungskurs. Denn so viele Gedanken über Verkehrsregeln hatte ich mir schon lange nicht mehr gemacht. Also, merci.

Urs M. Hemm

urs.hemm@toggenburgmedien.ch

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