Spatenstich für Hängebrücke: In wenigen Wochen sind die beiden Grub verbunden

Mit dem heutigen Spatenstich wurde die sechs- bis achtwöchige Bauphase für die Hängebrücke über den Mattenbach eingeläutet. Die 180 Meter lange Brücke soll die beiden Dörfer Grub AR und Grub SG verbinden.

Claudio Weder
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Gemeinderäte und Gemeinderatsschreiber der Gemeinden Grub AR und Eggersriet beim Spatenstich der Hängebrücke Mattenbach (Bild: Thomas Hary)

Gemeinderäte und Gemeinderatsschreiber der Gemeinden Grub AR und Eggersriet beim Spatenstich der Hängebrücke Mattenbach (Bild: Thomas Hary)

Das einzige, was beim gestrigen Spatenstich in Grub AR wohl nicht zur freudigen Stimmung der Versammelten passte, war das Wetter. Obwohl – die herbstliche Nässe brachte einen entscheidenden Vorteil: Die Schaufeln, die von den Gemeinderäten, Gemeinderatsschreibern und Ingenieuren geführt wurden, glitten fast widerstandslos in die feucht-nasse Erde. Nicht zuletzt spielten die herrschenden Bedingungen auch der Gruber Gemeindepräsidentin Katharina Zwicker bei der Erfüllung ihrer Ehrenaufgabe in die Hände: Ihr wurde kurzerhand das Steuer über den Bagger überlassen, um mit einem Schaufelhieb – zumindest im Ansatz – den ersten Akt in der Bauphase der neuen Hängebrücke zwischen den beiden Grub zu vollziehen.

Ein lediglich symbolischer Akt, wie Roger Hochreutener, Gemeindepräsident von Eggersriet, in seiner Ansprache betont. Denn gebaut im eigentlichen Sinne werde vorerst noch nichts. Zunächst werden die Pfähle und Anker gesetzt. Danach folgen die Betonfundamente, bevor die Seile eingezogen und auf einer Länge von 180 Metern über den Mattenbach gezogen werden, der als Grenze zwischen den beiden Ortschaften wie auch zwischen den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen verläuft.

Baustart mit Verzögerung

Was der Regen beim gestrigen Spatenstich nicht zu trüben vermochte, war die spürbare Freude darüber, dass mit dem Bau der Hängebrücke begonnen werden kann – und zwar noch in diesem Jahr. Bis vor kurzem sah das noch anders aus: Im August war alles für die Errichtung der neuen Brücke bereit. «Ein Glücksfall, dass das Projekt im Vorfeld so viel positive Resonanz erhielt», sagt Roger Hochreutener. Mit dem grosszügigen Beitrag der St. Galler Kantonalbank war die Finanzierung sichergestellt. «Zudem hatten wir auch das Glück, dass die Grundeigentümer auf der St. Gallischen Seite des Tobels in den Bau der Brücke einwilligten.» Auch bei der Bevölkerung kam das Projekt gut an. Nur aus Bern regte sich Widerstand: Die zweitplatzierte Firma, die den Auftrag an die Firma Seiler AG aus Bönigen abtreten musste, reichte Beschwerde ein. Die Folge: Der Baustart für die Brücke, die noch im Spätsommer hätte realisiert werden müssen, verzögerte sich.

Wie vor rund einem Monat bekannt wurde, hat das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen der Beschwerde jedoch keine aufschiebende Wirkung erteilt. Das heisst: Der Werkvertrag mit der Seiler AG konnte trotzdem abgeschlossen werden. Der Prozess läuft allerdings noch weiter. Wird die Beschwerde gutgeheissen, müssten die Gemeinden einen Schadenersatz an die Berner Firma zahlen.

Einweihung erst im Januar

Ein Wermutstropfen bleibt laut Roger Hochreutener dennoch: «Wir hätten das offizielle Einweihungsfest gerne noch dieses Jahr, im 150. Jubiläumsjahr der St. Galler Kantonalbank, gefeiert. Doch daraus wird nichts.» Die Feier wird stattdessen im Januar stattfinden – und zwar nicht nur im kleinen Rahmen. Es soll ein Fest für die ganze Bevölkerung werden.