Spannung um Platz 8 hält an

In der 6. Playout-Runde unterliegt Volley Toggenburg sehr knapp dem direkten Konkurrenten VBC Cossonay mit 2:3. Mit diesem Punkt (25:23, 25:27, 25:19, 19:25, 9:15) liegen die Toggenburgerinnen gleichauf mit den Waadtländerinnen.

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Volley Toggenburg (am Ball Léonie Bisang) trat phasenweise stark auf – für den Sieg reichte es nicht. (Bild: Reinhard Kolb)

Volley Toggenburg (am Ball Léonie Bisang) trat phasenweise stark auf – für den Sieg reichte es nicht. (Bild: Reinhard Kolb)

VOLLEYBALL. Mit einem Punkt Vorsprung nach fünf Spielrunden in den Playouts lag Volley Toggenburg vor dieser wichtigen Partie knapp vor den direkten Konkurrentinnen aus der Waadt auf dem 8. Rang. Die Playouts dauern insgesamt neun Spiele, da in der Vierer-Gruppe eine Dreifachrunde ausgetragen wird. Wer am Schluss dieser Playouts auf dem 9. Platz liegt, muss den schwierigen Gang in die Auf-/Abstiegsrunde mit den besten NLB-Teams antreten. Dort werden maximal drei «aufstiegswillige» Teams mit dem NLA-Vertreter in einer Doppelrunde die verbleibenden zwei NLA-Plätze unter sich ausmachen. Einen direkten Absteiger aus der NLA gibt es somit nicht. Zurzeit belegen VBC Cheseaux, VBC Aadorf und der FC Luzern die ersten drei Plätze in der Nationalliga B. Volley Toggenburg hätte sich mit einem Sieg ein Polster von bis zu vier Punkten auf den VBC Cossonay herausspielen können. Der 8. Platz, der gleichzeitig auch den direkten Ligaerhalt bedeutet, wäre drei Runden vor Schluss der Playouts gefestigt worden. VBC Cossonay seinerseits musste dieses wichtige Spiel unbedingt gewinnen, um sich noch weiter eine Chance auf diesen direkten Ligaerhalt ausrechnen zu können. Die Ausgangslage vor dieser Partie versprach Hochspannung pur.

2:1-Satzführung

Unter diesen Voraussetzungen war es klar, dass es zu einer eher hektischen Partie kommen wird. Von Beginn weg spürte man den ungeheuren Druck auf beiden Seiten. Das führte zu einem Spielverlauf, der viel mehr von der Spannung als von der Qualität lebte. Es stand für beide Seiten zu viel auf dem Spiel; ein befreites Aufspielen war völlig unmöglich. VBC Cossonay war vor diesem Hintergrund trotz des Auswärtsspiels knapp zu favorisieren. Trainer Didier Siegenthaler stehen in der Stammformation starke Spielerinnen zur Verfügung, die bereits alle schon langjährige NLA-Erfahrung bei Cheseaux und Genf sammeln konnten. Dieses Plus an Routine brachte im ersten Satz eine 15:19-Führung. Toggenburg kämpfte sich aber nochmals heran, konnte zum 23:23 ausgleichen und verwertete abgebrüht den ersten Satzball zum 25:23-Satzgewinn. Auch der zweite Satz war äusserst umkämpft. Toggenburg glich eine 22:24-Führung von Cossonay nochmals aus, verlor dann aber wegen einigen «dummen» Eigenfehlern diesen wichtigen Satz mit 25:27. Toggenburg liess sich aber nicht entmutigen und zeigte im dritten Satz seine stärkste Phase in dieser Partie. Mit 25:19 ging dieser Durchgang klar an die Wattwilerinnen, die sich jetzt sehr ausgeglichen präsentierten.

Starkes Cossonay

Alle Trümpfe lagen jetzt in der Hand der Toggenburgerinnen: Im Heimspiel, getragen von einem lautstarken Publikum, lag man mit einer 2:1-Satzführung vorne. Doch Cossonay liess sich nicht aus dem Konzept bringen. Angeführt wurde die Aufholjagd der Waadtländerinnen von der ehemaligen russischen Topspielerin Bracht-Tishchenko, die ihre 192 Zentimeter Körpergrösse am Angriff und vor allem mit einem überragenden Block optimal einsetzte. Die Vize-Olympiasiegerin knackte so das Selbstvertrauen der Wattwilerinnen. Zudem bekundete Volley Toggenburg immer mehr Mühe im Aufbau: Die Service-Annahmen verloren ihre Präzision aus den ersten drei Sätzen. Die Einheimischen konnten ihren Angriff nicht mehr variantenreich einsetzen und machten es dem gegnerischen Block oft einfach. Cossonay nutzte diese Schwächephase von Toggenburg kaltblütig aus. Mit starken Services gingen die Waadtländerinnen im vierten Satz mit 12:19 in Führung und steuerten einem unbedrängten Satzgewinn zu. In der aussichtslosen Lage beugten sich die Toggenburgerinnen nochmals auf und kamen bis 19:20 heran. Doch gerade in dieser Phase, in der Cossonay extrem nervös reagierte, machte Toggenburg zu viele Eigenfehler. Zuerst fiel ein einfacher Ball ins Feld, dann folgten drei Annahmefehler. So ging der Satz mit 19:25 verloren. Der fünfte Satz musste die Entscheidung bringen. Toggenburg agierte wie im vierten Satz zu verunsichert. Cossonay spielte seine Stärken am Service und am Block geschickt aus und gewann diesen Durchgang klar nach 116-Minuten Kampf mit 9:15.

Kopf-an-Kopf

Mit diesem Resultat hielten beide Teams den Schaden in Grenzen. Toggenburg konnte zwar den Heimvorteil nicht optimal nutzen, gewann aber für die recht guten ersten drei Sätze einen Punkt. Cossonay zeigte eine starke Reaktion auf den 2:1-Satzrückstand und erspielte sich verdient zwei Punkte. So kommt es am Schluss der Tabelle zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide Teams haben sieben Punkte auf dem Konto. Volley Toggenburg liegt aktuell wegen dem knapp schlechteren Satzverhältnis auf dem 9. Rang. Am kommenden Wochenende ruht die Meisterschaft in den höchsten Ligen, weil das U23-Finalturnier in Zürich auf dem Programm steht. Dann startet die entscheidende Phase der letzten drei Spielrunden, in der Volley Toggenburg am 3. März nochmals ein Heimspiel gegen seine Konkurrentinnen aus Cossonay austragen darf. (me)

Matchprotokoll Volley Toggenburg – VBC Cossonay: 2:3 (25:23, 25:27, 25:19, 19:25, 9:15) Volley Toggenburg: Aylin Baghdady, Leslie Betz, Sarah Bichler, Leonie Bisang, Xiaohua Erni-Zhang, Lina König, Claudia Lehmann, Anja Lutz, Nina Lutz, Marina Schneider. Coach: Marcel Erni. VBC Cossonay: A. Favre (C), F. Vautier, M. Monteiro, E. Bracht-Tishchenko, S. van Rooij, I. von Däniken, O. Bardocz, D. Tiedemann, F. Gnädinger, B. Marianovic. Coach: Didier Siegenthaler. Spieldauer: 116 Minuten (27, 29, 23, 24, 13), 300 Zuschauer. Schiedsrichter: Peter Hottinger und Matthias Wüthrich