SP Ortspartei betrachtet Herisau trotz Problemen als sicher

Das Thema Sicherheit ist ein Dauerbrenner und beschäftigt viele – auch die SP Herisau. Diese setzte sich an einer Veranstaltung vor einigen Wochen damit auseinander.

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Auf dem Dorfrundgang mit Jugendkontaktpolizist Glen Aggeler. (Bild: pd)

Auf dem Dorfrundgang mit Jugendkontaktpolizist Glen Aggeler. (Bild: pd)

Herisau. Am Anfang der Veranstaltung führte Glen Aggeler, Jugendkontaktpolizist, die Interessierten an verschiedene «Problem-Orte» in Herisau. An anschaulichen Beispielen zeigte er Konflikte, Ursachen und Lösungsansätze auf.

Prävention und Jugendarbeit

Anschliessend formulierten aktive Jugendliche vom Jugendzentrum ihre Vorstellungen und Wünsche zum Thema, schreibt die SP Herisau in einer Medienmitteilung.

Die Vorstellung der Jugendlichen war geprägt vom Wunsch nach eigenen Freiräumen, mehr Toleranz und direkten Gesprächen zwischen den Generationen. Sidonia Zwyssig vom Verein Selewie stellte das Pilotprojekt aus den Quartieren Wilen und Kreuzweg vor. Im Vordergrund stehen dabei drei Zielrichtungen: Jugendarbeit, Elternarbeit und Quartierarbeit.

Offene Gassenarbeit und direkte Kontakte mit Jugendlichen sollen durch eine Anlaufstelle für Betroffene und Hilfesuchende sowie mit der Vernetzung der beteiligten Stellen ergänzt werden. Dabei sollen auch überforderte Eltern direkt angesprochen und unterstützt werden. Das Projekt Selewie ist eine Ergänzung zu den bestehenden Angeboten.

In der Politdiskussion legten Florian Hunziker (SVP-Einwohnerrat) und Silvia Taisch Dudli (SP-Einwohnerrätin) ihre Standpunkte zum Thema Sicherheit in Herisau dar. Neben vielen Gemeinsamkeiten betont die SVP die Forderung nach mehr Repression und Polizeipräsenz. Ein hartes Durchgreifen unterstützt Silvia Taisch bei Gewaltanwendung gegen Personen, hier reiche Reden allein nicht mehr.

Daneben forderte sie aber auch Prävention mit aktiver Jugendarbeit, wie sie beispielsweise im Jugendhaus und beim Projekt Selewie umgesetzt werde. Institutionen und Angebote, die ein Ort in der Grösse von Herisau heute einfach brauche, wie einer der Anwesenden betonte.

Unwissen über Jugendkonzept

In der offenen Diskussion kamen die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Ängste der Anwesenden zur Sprache. Starke Kritik wurde gegen die Polizei und die Strafverfolgung erhoben.

Kaum bekannt ist aber, dass rund 75 Prozent der Jugendstraftaten im Kanton aufgeklärt werden. Diskutiert wurde auch die Rolle der kommerziellen Veranstalter und Verkaufstellen von Alkohol. Anderseits wurde die positive Rolle der Vereine mit ihrer Jugendarbeit hervorgehoben. Überraschend sei, dass kaum bekannt ist, dass in Herisau ein Jugendkonzept vorliege, wie die SP weiter schreibt.

Im Abschluss der Diskussion wurde deutlich, dass die meisten Herisau als sicher betrachten, ohne dabei die effektiven Probleme zu negieren. (pd)