Ergänzungswahlen
SP legt zu, FDP verliert: So setzt sich der Ausserrhoder Kantonsrat im neuen Amtsjahr zusammen

Im zweiten Wahlgang büsst der Freisinn in Appenzell Ausserrhoden einen Kantonsratssitz in Bühler ein, die Linke gewinnt in Heiden.

Jesko Calderara
Merken
Drucken
Teilen
Die FDP wird künftig mit 24 Mitgliedern (-1) noch immer die grösste Kantonsratsfraktion stellen.

Die FDP wird künftig mit 24 Mitgliedern (-1) noch immer die grösste Kantonsratsfraktion stellen.

Bild: CAL
Silvan Graf ist neuer Heider Kantonsrat.

Silvan Graf ist neuer Heider Kantonsrat.

Bild: PD

Seit gestern steht fest, wie sich der Kantonsrat im Amtsjahr 2021/2022 personell und parteipolitisch zusammensetzen wird. In Heiden und Bühler standen am Sonntag zweite Wahlgänge auf dem Programm. Im Vorderland konnte die SP einen Sitzgewinn verbuchen, nachdem Silvan Graf als Heidler Kantonsrat gewählt wurde. Der 27-Jährige erhielt 613 Stimmen. Graf setzte sich klar gegen Sven Gerig von der SVP durch. Gerig bekam 359 Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei 36,6 Prozent.

Heiden wird künftig das jüngste Kantonsratsmitglied stellen. Graf ist angehender Landwirt, Fachmann Gesundheit und hat einen Studienabschluss in Geografie und Soziologie. Er ersetzt Alexander Rohner (SVP), der per Ende Mai zurücktritt.

Linke erobert in Heiden die Mehrheit

Im ersten Wahlgang hatte niemand das absolute Mehr geschafft. Bereits am 11. April erzielte allerdings Graf mit Abstand das beste Resultat. Der parteilose Peter Niedermayer lag damals hinter Gerig auf dem dritten Rang und verzichtete auf den zweiten Wahlgang. Die FDP unterstütze fortan den SVP-Bewerber.

Nach den Wahlen vom Sonntag steht fest: In Heiden hat die Linke neu die Mehrheit und stellt mit Silvan Graf, Annegret Wigger und Hannes Friedli künftig drei der fünf Mitglieder der Kantonsratsdelegation. Dazu kommen der eher am linken Rand seiner Partei politisierende Werner Rüegg (Die Mitte Vorderland AR) und die parteiunabhängige Susann Metzger.

Hohe Stimmbeteiligung in Bühler

Urs Freund wurde in Bühler in der Kantonsrat gewählt.

Urs Freund wurde in Bühler in der Kantonsrat gewählt.

Bild: PD

In Bühler kann die FDP ihren Kantonsratssitz nicht verteidigen. Nachfolger von Gilgian Leuzinger wird Urs Freund von der SVP. Er erhielt 211 Stimmen. Knapp dahinter folgte SP-Kandidatin Camille Kappeler mit 203 Stimmen. Dritte wurde die von der FDP unterstützte parteilose Sandra Rechsteiner mit 165 Stimmen. Die Wahlen stiessen in der Mittelländer Gemeinde auf grosses Interesse und lockten viele Bühlerinnen und Bühler an die Urne. Die Stimmbeteiligung lag bei hohen 54,3 Prozent.

Der vierfache Familienvater ist Urs Freund gelernter Landwirt und hat als Zweitausbildung eine Maurerlehre absolviert. Heute arbeitet er hauptsächlich auf dem eigenen Hof. Zudem ist er gemäss Medienmitteilung Anlagewart beim Wärmeverbund und betätigt sich nebenbei als Kundenmaurer. Freund ist seit fünf Jahren Gemeinderat und präsidiert die Bühler Hochbaukommission.

Bereits im ersten Wahlgang konnte Freund am meisten Stimmen für sich verbuchen. Auf den weiteren Rängen folgten Rechsteiner, Kappeler und Brauchli (Die Mitte Mittelland AR). Brauchli verzichtete auf den zweiten Wahlgang.

SP-Fraktion wächst um ein Mitglied

Unter dem Strich ergeben sich nach dem gestrigen Wahlsonntag bei den Fraktionsstärken nur leichte Verschiebungen. So gewinnt die SP dank des Zuwachses in Heiden einen Sitz dazu. Neu werden 12 Kantonsratsmitglieder in der SP-Fraktion politisieren. Die Freisinnigen büssen einen Sitz ein, stellen aber nach wie vor die stärkste Fraktion. Sie umfasst 24 Kantonsrätinnen und -räte. Die SVP bleibt nach dem Gewinn in Bühler und der Niederlage konstant und hat weiterhin sieben Sitze. Keinen Einfluss hatten die Ergänzungswahlen auf die Fraktionsgrösse der PU (16 Sitze) und auf jene der Mitte AR/EVP (6 Sitze).