SP freut sich trotz Niederlage

Die SP Ausserrhoden sieht sich durch das Wahlresultat vom Sonntag bestärkt. Es sei richtig gewesen, ins Rennen zu steigen, sagt Präsident Yves Noël Balmer. Es ist gut möglich, dass seine Partei in vier Jahren erneut antreten wird.

Patrik Kobler
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«Es braucht eine gesunde Wirtschaft». SP-Präsident Yves Noël Balmer (r.), hier im Gespräch mit Willi Eugster, FDP-Co-Präsident. (Bild: mge)

«Es braucht eine gesunde Wirtschaft». SP-Präsident Yves Noël Balmer (r.), hier im Gespräch mit Willi Eugster, FDP-Co-Präsident. (Bild: mge)

HERISAU. So viel ist klar: Am Sonntag hat die SVP die Wahl gewonnen und die FDP verloren. Bei der SP stellt sich hingegen die Frage: Ist sie Gewinnerin oder Verliererin? Einerseits ist sie mit Jens Weber angetreten und hat die Wahl verpasst. Das macht die SP zur Verliererin. Andererseits erzielte der Trogner ein beachtliches Resultat: Er war David Zuberbühler (SVP) und Markus Bänziger (FDP) mit einem Stimmanteil von fast 29 Prozent dicht auf den Fersen. In Speicher, Trogen, Rehetobel, Wald und Grub holte Weber das beste Resultat. Und in Teufen, Grub, Heiden, Lutzenberg und Walzenhausen belegte er den zweiten Platz. Bei SP-Präsident Yves Noël Balmer überwiegen deshalb die positiven Gefühle. «Es ist ein phantastisches Ergebnis», sagt er.

Mentalitätswandel

Mit ihrer soliden, fassbaren und konsequenten Politik sei die SP in Appenzell Ausserrhoden erstarkt, sagt Yves Noël Balmer. «Wir sind die Partei, die sich für einen sozialen und offenen Kanton sowie für die Umwelt und die Steuergerechtigkeit einsetzt.» Jens Weber lebe diese Werte, das sei bei den Wahlberechtigten gut angekommen. Durch das Ergebnis fühlt sich Balmer bestätigt, dass es richtig war, zur Wahl anzutreten. Webers Abschneiden trug zur Niederlage Bänzigers bei. Deshalb wird der SP hinter vorgehaltener Hand eine «Mitschuld» an der Wahl des SVP-Kandidaten gegeben. Solche Vorwürfe sind Balmer nicht fremd. Seiner Meinung nach hätte ebenso gut die FDP auf eine Kandidatur verzichten können. In einem Duell Weber gegen Zuberbühler hätte sich seiner Meinung nach der SP-Kandidat durchgesetzt. «Weber steht mit seiner Werthaltung gesellschaftsliberalen Mitgliedern der FDP nahe», sagt Balmer. Er betont zudem den Mentalitätswandel, der innerhalb der SP AR in den vergangenen Jahren erfolgt sei. «Es dominieren nicht mehr die fundamental linken Positionen. Die SP hat gemerkt, dass es eine gesunde Wirtschaft braucht.»

Weiterhin Schub geben

Auf dem wieder erstarkten Selbstbewusstsein will Yves Noël Balmer aufbauen. Der Kantonsrat aus Herisau führt die Partei seit fünf Jahren und sieht trotz des Achtungserfolgs vom Sonntag weiteres Steigerungspotenzial. Im Hinterland verfüge die SP noch nicht über die gleich starke Basis wie im Mittel- oder Vorderland. Ziel sei, den Generationenwechsel weiter voranzutreiben und Schub zu geben. Die Positionierung sei klar. «Wir sind immer noch die einzige Partei, die sich mit ihrem 12-Punkte-Programm zur Zukunft des Kantons äussert.» Balmer kündigt auch an, dass man David Zuberbühler nun zwar arbeiten lasse, aber keine Scheu kennen werde, den Sitz in vier Jahren anzugreifen. Die SP verfüge über genügend valable Kandidatinnen und Kandidaten. Mit Jens Weber sei nun ein zusätzlicher Kopf hinzugekommen.