SP AR verteidigt Ortsbildschutz

Die Ausserrhoder SP reagiert auf den parlamentarischen Vorstoss, der eine Reduktion der Ortsbildschutzzonen fordert. Die typisch appenzellische Bauweise bleibe dabei auf der Strecke.

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AUSSERRHODEN. Mit einem parlamentarischen Vorstoss hat die Ausserrhoder CVP die Diskussion um die kommunalen Ortsbildschutzzonen neu belebt. In einem Communiqué übt jetzt die SP AR Kritik an der CVP: Mit einer Reduktion der Ortsbildschutzzonen, begleitet von einer Beschleunigung der Verfahren und der Senkung der Gebühren sollen laut SP Investoren «Tür und Tor» für Neubauten geöffnet werden. «Wenn Wirtschaftsförderung und nachhaltige Entwicklung auf diese Weise reduziert werden, dann bleibt die vielgepriesene Regionalität und Eigenheit der Bauweise auf der Strecke», schreibt die Partei in ihrer Mitteilung. Die SP stellt die Frage, wie sich der Kanton Appenzell Ausserrhoden entwickeln solle. «Sollen die schweizweit gleichen Neuüberbauungen auch unsere Region auffressen und damit die regionale Identität aufgegeben werden?» Mit dieser «Kurzsichtigkeit» hätten das typische Siedlungsbild der hiesigen Landschaft und die Appenzeller Bauweise nie entstehen können.

Übersehene Qualitäten

Auswärtigen, denen diese Bauweise nicht vertraut sei, würden in den Appenzeller Dörfern Qualitäten erkennen, die den Einheimischen im Alltag längst nicht mehr bewusst seien. «Man stelle sich vor: Berner Altstadt mit Neubauten ersetzt, Zürcher Niederdorf ohne Denkmalschutz und die Luzerner Kapellbrücke müsste einem Stahlbetonviadukt weichen», schreibt die SP.

Ortsbildschutz nötig

Solange einige Investoren ohne Rücksicht und der intensiven Auseinandersetzung mit den regionalen Gegebenheiten planen und bauen würden, brauche es die begleitenden Massnahmen wie Ortsbildschutz und die Beratung durch Denkmalpflege oder Heimatschutz. Dadurch könnten die Siedlungsräume mit einer «verträglichen Bauweise» nachhaltig weiterentwickelt werden. Die SP AR begrüsse eine Überprüfung der denkmalgeschützen Häuser. Es stünden unbestrittenerweise auch Liegenschaften unter Schutz, die das Ortsbild abwerteten. Die Partei unterstütze auch das verdichtete Bauen – dieses könne aber durchaus mit dem Ortsbild- und Denkmalschutz vereinbar erfolgen. Gerade weil die Bautätigkeit eine wichtige Rolle im aktuellen Regierungsprogramm spiele, sei die SP der Ansicht, dass die Ortsbildschutzregelungen nicht aufgeweicht werden dürften. Das Potenzial von Brachen wie zum Beispiel des Bahnhofareales in Herisau zeige Wege auf, die aufwertend sind und ein Wachstum ermöglichten, ohne dass ein Ortsbild beeinträchtigt werde. (pd)

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