Sozialforum: Damit die Beratung nicht eskaliert

Sozial Tätige aus dem Appenzellerland trafen sich dieser Tage im katholischen Pfarreizentrum Speicher zum jährlichen Sozialforum. Das Forum dient in erster Linie der Vernetzung und dem Austausch; es fand bereits zum siebten Mal statt.

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Speicher. Am diesjährigen, gut- besuchten Appenzeller Sozialforum machten sich die Teilnehmenden Gedanken über professionelles Handeln in anspruchsvollen Beratungssituationen. Der Fokus sei auf den Umgang mit grenzüberschreitendem Verhalten von «herausfordernden Klientinnen und Klienten» gelegt worden, teilen die Organisatorinnen mit.

Klare Vereinbarungen treffen

Referentin Ursa Maier, Sozialarbeiterin FH, zeichnete aus praktischer Sicht auf, wie in schwierigen Beratungssituationen reagiert werden und eine Eskalation vermieden werden könne.

Beziehung schaffen sei nach wie vor Voraussetzung für eine gelingende Beratung. Schwierigkeiten sollen angesprochen und klare Vereinbarungen getroffen werden. Eskaliere eine Situation, könne eine Beratung abgebrochen und vertagt werden, heisst es weiter.

Eigenes Gefühl als Barometer

Referent Dr. Axel Weiss, leitender Arzt des sozialpsychiatrischen Dienstes Herisau, sagte, in schwierigen Situationen solle immer die Frage nach eventueller psychischer Erkrankung gestellt werden.

Alleine schon durch Hilflosigkeit, die eskaliere, könnten Grenzen in der Beratung überschritten werden. Weiss betonte die Bedeutsamkeit der Zusammenarbeit professioneller Helfer.

Beide Referenten waren sich einig, dass das eigene Gefühl ein Barometer beim Erkennen grenzüberschreitenden Verhaltens sei, wie es weiter heisst. Fühle sich die Beraterin oder der Berater unwohl, müsse dies ernst genommen und bei ersten Anzeichen reagiert werden.

Klarheit und Ehrlichkeit im Gespräch, Austausch mit Kollegen, Reflexion der eigenen Rolle und Beiziehen von Hilfe seien wichtige Instrumente in der Sozialen Arbeit. (pd)

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