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Sorgen um Kalbfleischabsatz

Mit den Preisen waren die Kälbermäster 2015 zufrieden. Trotzdem machen sie sich Gedanken über den harzigen Absatz, obwohl Schweizer Kalbfleisch einen guten Ruf geniesst.
Martin Brunner
Wendelin Jud Präsident der Rindviehhalter ohne Verkehrsmilch

Wendelin Jud Präsident der Rindviehhalter ohne Verkehrsmilch

WILDHAUS. Ob bei den Kälbern oder bei älteren Schlachttieren, mit der Preisentwicklung im Jahr 2015 war Wendelin Jud zufrieden. Der Präsident der St. Galler Rindviehhalter ohne Verkehrsmilch betonte an der Hauptversammlung in Wildhaus, dass der Markt bis Weihnachten recht gut verlaufen sei. Insbesondere lohne sich für bäuerliche Kälbermäster das Label Terra Suisse.

Auf Kälbermast angewiesen

Nicht zufrieden war er mit der Entschädigung für die Rinderaufzucht. Er bedauerte, dass eine Intervention beim Bundesamt für Landwirtschaft auf kein Gehör gestossen sei. Freude zeigte er darüber, dass nach zwei Jahren Unterbruch in der Markthalle Wattwil wieder eine Mastkälberausstellung stattgefunden hat. Im Kanton St. Gallen ist die Zahl der Rindviehhalter ohne Verkehrsmilch zwar von rund 300 vor ein paar Jahren auf etwas über 200 Betriebe zurückgegangen. Trotzdem misst Wendelin Jud diesem Bereich im Toggenburg eine grosse Bedeutung zu. Vor allem im Obertoggenburg gebe es nach wie vor abgelegene Betriebe, die auf diese Ausrichtung angewiesen seien, weil die Milchablieferung zu aufwendig wäre, sagte er. Es seien diese kleinen, bäuerlichen Kälbermäster, die einen wichtigen Beitrag an den Milchmarkt leisten würden, weil ihre Milch den Markt nicht auch noch belaste. Ein Nachteil sei allerdings, wenn ein schlachtreifes Kalb geschlachtet werden müsse, egal ob der Preis gute oder schlecht sei.

Weniger Schlachtungen

Sorgen macht den Kälbermästern der Absatz. «Es gibt immer weniger Schlachtungen, und die Abnehmer spielen mit uns oft Katz und Maus», sagte Jud. Diesen Trend belegte Peter Schneider von der Proviande. Die Zahl der Mastkälber sei im Jahr 2015 von 250 000 auf 236 000 gesunken. Dafür weise das Kalbfleisch eine gute Fleischigkeit und allgemein eine hohe Qualität auf. Das Schlachtgewicht habe zudem um 2,8 Kilo auf 124 Kilo zugenommen. Dieses Kalbfleisch könne aber nicht genügend abgesetzt werden. Der Konsum sei trotz weniger Schlachtungen um vier Prozent zurückgegangen, wodurch im ersten Halbjahr eine Marktentlastungsmassnahme notwendig geworden sei.

Gutes Image pflegen

Für Schneider war klar, dass eine Strategie für den Absatz gefunden werden muss. 97 Prozent des in der Schweiz konsumierten Kalbfleisches sei inländisch. Untersuchungen hätten gezeigt, dass der Konsument artgerechte Aufzucht, Fütterung und Haltung, Bekömmlichkeit und Nährstoffgehalt positiv beurteile. Er schätze, dass das Fleisch leicht zu verdauen, reich an Eiweiss und Vitaminen, fettarm und zart sei. Nur in wenigen Fällen mache er sich Gedanken über einen möglichen Antibiotikaeinsatz und Hormonrückstände. Darauf müsse man weiter aufbauen.

Peter Schneider von der Proviande referierte bei den Kälbermästern. (Bilder: Martin Brunner)

Peter Schneider von der Proviande referierte bei den Kälbermästern. (Bilder: Martin Brunner)

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