Sorge um Fach Haushalt

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Kantonsrat Nur teilweise zufrieden mit der Antwort des Regierungsrats zeigte sich Ursula Egli (SVP, Rossrüti), die Autorin der dritten Interpellation. Die SVP-Vertreterin hatte im Vorstoss vom Juni kritisiert, dass mit dem Lehrplan 21 der praktische Unterricht im neuen Schulfach WAH (Wirtschaft, Arbeit, Haushalt) sowie im Textilen und Technischen Gestalten in der Volksschule an Qualität verliere. Weil man in das Fach WAH viel zusätzlichen Schulstoff hineinpacke, leide die Vermittlung von praktischem Hauswirtschaftsunterricht. Weiter beklagt die Interpellation, dass die Kinder zu wenig den Umgang mit Materialien wie Holz, Metall, Wolle und Stoffe üben könnten. Das widerspreche auch den Interessen der Lehrbetriebe. In seiner Antwort hielt der Regierungsrat fest, dass der praktische Unterricht in allen Fächern stattfinde. Die praktische Haushaltsführung inklusive Kochen verliere im Fach WAH an Bedeutung. Im Fachbereich Gestaltung gebe es nur minimale Änderungen. Weiter schrieb der Regierungsrat, dass bis 2024 rund 100 ausgebildete Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerinnen in Pension gehen würden. An der Pädagogischen Hochschule St. Gallen bildeten sich im Studiengang Oberstufe 143 Personen für den Unterricht in WAH, 39 für den Unterricht in Textilem Gestalten, 66 für den Unterricht in Technischem Gestalten und 94 für den Unterricht in Bildnerischem Gestalten aus. Sie würden ihre Ausbildung bis 2023 abschliessen. Egli sieht sich durch die Antwort des Regierungsrats in ihrer Befürchtung bestätigt, dass es beim Unterricht in einigen Fächern in die falsche Richtung läuft. Sie vermisst eine Korrektur dieser Tendenz. Weshalb hätten der Computer und volkswirtschaftliches Denken im Unterricht in der Volksschule so viel Raum erhalten, fragte sie. Sie befürchtet, dass es künftig nicht mehr genug Lehrkräfte gibt, die den praktischen Unterricht so gut beherrschen, dass sie ihn unterrichten können. (mkn)