Sophie Taeuber-Arp hätte geschwiegen

Die Appenzeller Schriftstellerin Sabine Wang hielt am Donnerstagabend die sechste Ahnenrede auf der «Ledi – Die Wanderbühne». Sie sprach über Sophie Taeuber-Arp, die Künstlerin auf der 50-Franken-Note, erzählte deren Biographie und beschrieb ihre eigenen Eindrücke und Gedanken.

Silvan Heuberger
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OBEREGG. «Ob Sophie Taeuber-Arp hier gesprochen hätte?», fragte Sabine Wang zu Beginn ihrer Rede. Taeuber-Arp sei eine ruhige, zurückhaltende Person gewesen. Vor 30 Menschen hätte sie wohl geschwiegen. «Es ist nicht einfach, sich ihr zu nähern», sagte Wang. Es seien nur wenige Dokumente zu Taeuber-Arp vorhanden. Zudem sei es schwierig, anhand von ihren abstrakten Bildern über Bündnisse – das Thema der Ahnenreden-Reihe – zu sprechen. Wang behalf sich, in dem sie Fotos von Taeuber-Arps Mutter sichtete und sich an die Orte, an denen Taeuber-Arp gelebt hatte, begab.

Ein Semester übersprungen

Wang schaute sich das Haus, in dem Taeuber-Arps Mutter eine Pension für Kantonsschüler führte, an. Das «ochsenblutrote» Haus stehe heute leer. Der Garten sei verwildert, überall wuchere es, «frei nach Darwins Gesetz». «Ich mag wilde Gärten», sagte Wang. Taeuber-Arp selbst habe ihren Garten in geordneten Quadraten gehalten. Die Fotos von Taeuber-Arps Mutter würden oft das Familienhaus an der Altstätterstrasse zeigen. Wang selbst hat die Altstätterstrasse aus der Kindheit nur als «Kotzstrasse» in Erinnerung, weil sie die Eingangsstrasse für die kurvige Strecke ins Rheintal ist.

«Taeuber-Arp war eine der ersten Pendlerinnen der Trogenerbahn», sagte Wang weiter. Sie sei nach St. Gallen in die Zeichnungsschule gefahren. Wang las aus einem Lehrerprotokoll vor, welches Taeuber-Arp zum Überspringen eines Semesters empfahl. Dann erzählte Wang von ihren Besuchen der Orte in Zürich, an denen Taeuber-Arp gelebt und gewirkt hatte. Sie verbrachte Zeit in der Magnolienstrasse, wo Taeuber-Arp gewohnt hatte. Was für einen Baustil diese Gebäude wohl haben, hat sich Wang gefragt, und dann an ihren Onkel gedacht, mit dem sie immer so gut über Architektur reden konnte und der nun im Sterben liegt.

Dada-Zeit und Hans Arp

Wang beleuchtete Taeuber-Arps Dadaismus-Zeit, den Übergang zur bildenden Kunst und nicht zuletzt die Beziehung zu Hans Arp und ihrem gemeinsamen künstlerischen Schaffen.

Auch wenn Wang Taeuber-Arps Biographie lebhaft erzählte, liess einen die manchmal zufällig erscheinende Verstrickung mit ihrem persönlichen Leben ein wenig ratlos zurück.

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