Sonntags öffnen lohnt sich – oft

Den Detailhändlern bringt der Sonntagsverkauf Zusatzeinnahmen. Doch im Appenzellerland fällt die Bilanz nicht überall positiv aus. Es gibt auch Gegner, die der Meinung sind, der Sonntag müsse nicht auch noch ein Konsumtag werden.

Timo Züst / Patrik Kobler
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APPENZELLERLAND. Sonntagsverkäufe sind im Appenzellerland noch immer die Ausnahme. Vielerorts bleiben die Geschäfte sonntags auch während der Adventszeit geschlossen – so auch in Teufen. Die zusätzlichen Verkaufstage seien nicht zwingend nötig für einen zufriedenstellenden Vorweihnachtsverkauft, sagt Barbara Ehrbar, Geschäftsführerin der Teufner Niederlassung der Breitenmoser Fleischspezialitäten AG. «Während der Adventszeit ist unser Geschäft sowieso einen Halbtag mehr geöffnet, dadurch haben wir mehr Zeit, um die zusätzliche Arbeit vor Weihnachten zu bewältigen», so Ehrbar. Auch Claudia und Hanspeter Michel, Inhaber der Drogerie Michel, sind glücklich mit den Verkaufszahlen in der Adventszeit. Zu den guten Zahlen hat auch die Adventsnacht beigetragen: «Ich bin der Meinung, für Teufen eignet sich die Adventsnacht besser als ein klassischer Sonntagsverkauf.» Die Adventsnacht findet jeweils in der Nacht auf den ersten Advent statt. Diese sei laut Michel ein voller Erfolg gewesen. Einem Sonntagsverkauf sei er aber grundsätzlich nicht abgeneigt: «Wichtig wäre aber, dass die Läden im Dorfzentrum geschlossen hinter der Idee ständen.»

Zwischenlösung in Heiden

Eine Zwischenlösung hat Heiden gewählt. Jeweils am ersten Adventssonntag – gleichzeitig mit dem Weihnachtsmarkt im Dorf und jenem im naheliegenden Wienacht – sind einige Geschäfte geöffnet. Ein Laden, der am 27. November Besucher empfangen hat, ist die Papeterie Inauen. «Die Verkäufe liefen sehr gut. Der Tag hat sich auf jeden Fall gelohnt», so der Geschäftsführer Max Inauen. Nicht alle Läden waren an jenem Sonntag geöffnet. «Da unser Geschäft nicht an der Marktstrasse liegt, hätte sich der Aufwand für uns wohl nicht gelohnt», sagt die in der Drogerie Horsch arbeitende Brigitte Graf.

Unterschiede in Herisau

In Herisau waren die Geschäfte in der Adventszeit gleich an zwei Sonntagen geöffnet. Der erste Sonntagsverkauf fiel auf den Christchindlimarkt. Dieser findet an der Oberdorfstrasse statt, wo auch die Buchhandlung «Buchpunkt» beheimatet ist. «Die Geschäfte liefen extrem gut», sagt Inhaberin Ursi Kupferschmidt. Katrin Dussex-Tobler verzichtete hingegen darauf, am ersten Sonntagsverkauf ihr Geschäft «Art form» zu öffnen. Dies obwohl sie viele Geschenkartikel verkauft. Der Laden befindet sich jedoch abseits des Christchindlimarkts an der Bahnhofstrasse. «Kaum jemand verirrt sich zu uns», sagt Dussex-Tobler. Am zweiten Sonntagsverkauf hatten beide Geschäfte geöffnet – mit gleichlautendem Fazit: «Es lief eher schwach.»

Es war schon immer so

Die Sonntagsverkäufe in Appenzell blicken auf eine lange Geschichte zurück: «Vor ungefähr 20 Jahren waren wir noch die einzigen», sagt beispielsweise der Geschäftsführer der Löwen-Drogerie, Peter Stark. Dank der langen Tradition seien die Sonntagsverkäufe und der Christchindlimarkt bekannt und stets gut besucht. «Besonders der Verkauf am Markt-Sonntag lief super», so Markus Wetter, Geschäftsführer des Spezialitäten-Metzg Wetter. Ganz speziell und angenehm sei jeweils die entspannte Stimmung während den Sonntagsverkäufen, sagt Mirjam Fässler von der Papeterie Schäfler.