Sonnig, 25 Grad, es stinkt

Endlich ist es fertig mit dem garstigen und kalten Wetter. Die Prognosen, die das Radio uns in den letzten Tagen verkündete, sind eingetroffen und haben auch den letzten Skeptiker eines Besseren belehrt.

Emanuel Steiner
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Bild: Emanuel Steiner

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Endlich ist es fertig mit dem garstigen und kalten Wetter. Die Prognosen, die das Radio uns in den letzten Tagen verkündete, sind eingetroffen und haben auch den letzten Skeptiker eines Besseren belehrt. Die Frühlingsgefühle schiessen wie die Lifte des Eiffelturmes rauf und runter. Die Leuten strahlen um die Wette und die Autos werden auf Hochglanz poliert – sofern man(n) dies nicht bereits am Karfreitag erledigt hat. Die Jungen und Junggebliebenen verschlingen jeden auch noch so entfernten Schmetterling, bis der ganze Bauch voll ist, und nicht wenige Männer verlieben sich in die Angebote der Maschinencenter. Der Startschuss zum Aufrüsten der Gartengeräte fällt jeweils zur selben Zeit wie das Wechseln der Winterpneus und das farbliche Anpassen der Auen und Matten, sprich «Bschötten». Ich frage mich sowieso längst, wieso die Kühe immer an Durchfall leiden. Haben alle Veganer dieses Leiden? Jetzt mal rein hypothetisch gesehen, wäre dieser Verdauungsausschuss von fester Konsistenz, müsste dieser nicht mit Druck in die Luft hinausgeschossen werden, sondern könnte mit dem Ladiwagen auf die Felder gelegt werden. Aber egal, wie die Luft auch schmeckt, die Kettensägen werden in Gang gebracht und es wird gehäckselt auf Teufel komm raus. Wird einem der Geschmack zu bunt, dann entrostet man den Grill mit einem schnellen Hochfahren der Temperatur durch Verfeuern von Grünzeug. Andere jedoch pumpen die schlechte Luft in den Reifen des Motorrads und drehen bei der ersten Testfahrt den Gashebel bis zum Anschlag. Die verlängerten Arme des kantonalen Säckelmeisters mit den orangen Strichen am Auto stoppen die Adrenalinemotionen und bringen die Gefühle wieder auf den Nullpunkt und das Budget darunter. Wem die Gartenarbeit stinkt oder das Töfffahren verboten wurde, dem sei gesagt, dass «der Radio» (Mundart für «der Verantwortliche fürs Wetter im Radio») schlechte Prognosen für morgen gemeldet hat. Niemand geringeres als Petrus stoppt die Frühlingsgefühle vorerst. Es scheint, als stinke es zum Himmel.

Bild: Emanuel Steiner

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