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«<Sonneblick> wird nicht geopfert»

Der Stiftungsrat des «Sonneblicks» Walzenhausen nimmt Stellung. Er äussert sich zu den Vorwürfen von Daniel Vogt in der gestrigen Ausgabe. Dieser ist der Enkel des «Sonneblick»-Gründers. Er lebt in Südafrika.

Die Stellungnahme des Stiftungsrats des «Sonneblicks» Walzenhausen wird im Folgenden im Wortlaut abgedruckt.

Der Stiftungsrat «Sonneblick» Walzenhausen hat von den Aussagen des Enkels des Gründers Paul Vogt in der gestrigen Ausgabe Kenntnis genommen. Er nimmt zu einzelnen Punkten Stellung, verweist dabei aber auch auf seine bereits mehrfach kommunizierten Argumente, die für den nicht leicht gefallenen Entscheid sprachen, dem Ansinnen der Kantons Appenzell Ausserrhoden auf eine Vermietung der Gebäulichkeiten zum Zwecke der befristeten Nutzung als kantonales Durchgangszentrum für Asylsuchende stattzugeben. Dass dabei die «Seele» der Institution «verkauft» und die Stiftungsurkunde «prostituiert» worden sei, wie dies Daniel Vogt unterstellt, müssen wir entschieden zurückweisen.

Es trifft zu, dass der «Sonneblick» von Paul Vogt seinerzeit als privates evangelisches Sozialheim für Arbeitslose gegründet worden ist, und erst nachdem diese im Gefolge des Zweiten Weltkriegs weitgehend ausblieben, weil sie in die Armee eingezogen wurden, sich immer mehr für Flüchtlinge öffnete. Es ist auch richtig, dass Paul Vogt in seiner späteren kirchlichen Funktion als schweizerischer Flüchtlingspfarrer mit der offiziellen Politik der staatlichen Behörden, insbesondere was die Haltung gegenüber Juden betraf, nicht einverstanden war, und Recht bekam, dabei aber stets in konstruktivem Dialog stand. Daraus zu konstruieren, er würde einer vorübergehenden staatlichen Nutzung für eine humanitäre Aufgabe nie zustimmen, ist gemäss den uns zur Verfügung stehenden Quellen und Aussagen von ihm nahestehenden und sogar ihm kritisch gegenüberstehenden Zeitgenossen erstaunlich. Zur Gründerzeit wurden derartige Aufgaben weitgehend von privaten und kirchlichen Kreisen übernommen. Erst später sind daraus eigene und zum Teil vom Staat unterstützte Werke entstanden. Paul Vogt, Gertrud Kurz und andere haben dafür Pionierarbeit geleistet.

«Keine Veranlassung, den Vertrag zu kündigen»

Heute bestreitet kaum jemand, dass die Flüchtlingsbegleitung angesichts der gegenwärtigen europaweiten Problematik zu den dringenden staatlichen Aufgaben gehört. Der «Sonneblick» bietet dazu Hand, weil er die Not der Asylsuchenden im Moment höher gewichtet als die in unserem Land berechtigten Bedürfnisse der Erholungssuchenden aus Kreisen von sozial Schwächeren und von Menschen mit Behinderungen. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass regelmässige Gäste bzw. die Betreuungsinstitutionen frühzeitig auf die Umnutzung aufmerksam gemacht und mit einer Liste von alternativen Möglichkeiten regional und schweizweit bedient wurden. Dass die Umnutzung mit der Stiftungsurkunde vereinbar ist, wo es unter anderem heisst, dass man auch «dienstbereit zu sein habe für alle notleidenden Menschen des In- und Auslandes, die Zuflucht suchen und Hilfe bedürfen», ist auch von der kantonalen Stiftungsaufsicht offiziell festgestellt worden.

Noch ein Wort zum schon häufig widerlegten Argument, man handle aus finanziellen Motiven. In den letzten Jahren, insbesondere seit dem Umbau, hatte der «Sonneblick» keine Probleme mit der Belegung und kam – auch dank grosszügigen Spendern – finanziell erfolgreich über die Runden. Die positive Phase zu unterbrechen bedeutet nicht in erster Linie Sicherheit, sondern birgt auch Risiken für die spätere Weiterführung der Gästehäuser.

Die weiterhin bestehende Stiftung Sonneblick hat keine Veranlassung, den vor einem Vierteljahr abgeschlossenen Mietvertrag zu kündigen, sondern blickt mit Zuversicht der Umnutzung entgegen und freut sich, sich gemäss ihren Möglichkeiten im Sinne von Paul Vogt in die Betreuung und Integration der Asylsuchenden einbringen zu können. (pd)

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