Sonne zeigt sich einen Tag später

Alpsteinbike.ch hat auf die regnerischen Wetterbedingungen des offiziellen Tourtages reagiert und kurzerhand noch einen sonnigen halboffiziellen Herbsttag an den Breitensportanlass angehängt. Rund 100 Biker nutzten die Gelegenheit, um doch noch eine Tour bei Sonnenschein zu machen.

Urs Huwyler
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BIKE. Der vom 21. bis 23. September und an den Wochenenden zuvor Regie führende Wettergott dürfte im richtigen Leben kein Mountainbiker sein. Er setzte Alpsteinbike nicht nur unter Dauerregen, sondern führte die Meterologen vorab auch noch auf eine falsche Föhnlagenfährte. Die angekündigten Aufhellungen trafen erst ein, als die 53 durchnässten und vom Winde zerzausten Naturliebhaber zu Hause das Licht anknipsten. Die ganze Geschichte erinnerte an die Situation vor zwei Jahren. An den Checkpoints kam es wegen wenig Teilnehmern, die dem Wetter trotzten, zu keinen Kämpfen um Biberli, Riegel und Bananen. Wer wollte, konnte sich mit dem Jahresbedarf eindecken und den minimalen finanziellen Einsatz maximal herausschlagen.

Gleiche Route, weniger Service

Das Wildhauser Organisatoren-Duo mit Christiana Sutter und Peter Mäder reagierte mit der Helfer-Crew zusammen unkompliziert auf die Dauerdusche von oben. Den sonnenhungrigen Bikern wurde 24 Stunden nach dem verregneten Alpsteinbike-Tag auf den 93 Kilometern (3500 Höhenmeter) rund um den Alpstein ein abgespeckter Service ohne besetzte Checkpoints auf der Schwägalp und in Rüthi sowie ohne Shuttle Bus angeboten. «Wir reisten vor einem Jahr erstmals ans wirklich kostengünstige Alpsteinbike und waren begeistert. Stundenlang im Regen zu biken, wollten wir uns am freien Wochenende allerdings nicht antun. Aber das sonntägliche Teilangebot nützen wir gerne», erzählten zwei Aargauer, stellvertretend für viele Biker.

Rund 100 Schönwettersportler wagten sich dann am Tag zwei von Wildhaus oder Brülisau aus auf den Rundkurs. Die Veranstalter durften denn auch viele Komplimente für ihre Flexibilität entgegennehmen. Wobei Alpsteinbike kaum zum Wetter-Wunschkonzert oder zweitägigen Anlass werden dürfte. Vereine wollen ihre Mitglieder nicht zwei Tage blockieren und müssen trotz der stundenlangen Präsenz wegen der tiefen Teilnehmerzahlen erst noch auf einen Zustupf in die Kasse verzichten. «Wir werden die Situation mit allen Beteiligten besprechen und schauen dann weiter», erklärt Christiana Sutter ruhig.

Zwei Gesetzesbrecher

Im Vorfeld gab die nicht bewilligte Rotenstein-Passage einiges zu diskutieren. Bei insgesamt 150 Teilnehmern bestand bezüglich regionaler Übervölkerung keine Gefahr. Aber wurde das allgemeine Fahrverbot tatsächlich eingehalten? Schlichen die Alpsteinbiker direkt vom Gräppelensee hoch über dem Tal zum Risipass oder nahmen sie den beschwerlichen Umweg über Stein wirklich unter die Räder?

Bei einer zweistündigen Kontrolle des Korrespondenten entlang der Rotensteinroute traf er zwei «Gesetzesbrecher» an. Beide gehörten aber nicht zum offiziellen Alpsteinbike-Event, sondern waren als Freizeitsportler unterwegs. Einem Falschfahrer war das schlechte Gewissen – ein Fotoapparat löst oft ungute Gefühle aus – 100 Meter gegen die Sonne anzusehen, Nummer zwei musste das Bike wegen der körperlichen Anstrengungen teilweise sowieso schieben. Das Rotenstein-Problem scheint allgemein erkannt, verschärft hat es sich dank der disziplinierten Biker des Alpsteinbike-Events nicht.