Sonderausstellung
Alpfahrt, Viehschau, Silvesterchlausen: Die wichtige Rolle der Frauen im Ausserrhoder Brauchtum

Im Appenzeller Brauchtumsmuseum in Urnäsch ist die Sommer-Sonderausstellung «Intensive Zeiten – Frauen und Brauchtum» mit der Vernissage eröffnet worden. Die Ausstellung thematisiert die Rolle der Frauen im Ausserrhoder Brauchtum und dauert bis am 24. Oktober.

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Blick in die Sonderausstellung «Intensive Zeiten – Frauen und Brauchtum» im Erdgeschoss des Appenzeller Brauchtumsmuseums am Dorfplatz in Urnäsch.

Blick in die Sonderausstellung «Intensive Zeiten – Frauen und Brauchtum» im Erdgeschoss des Appenzeller Brauchtumsmuseums am Dorfplatz in Urnäsch.

Bild: PD

Zur kürzlich durchgeführten Vernissage in der Kirche Urnäsch konnte Museumspräsident Chläus Hörler unter anderm den Ausserrhoder Regierungsrat Alfred Stricker sowie Gemeindepräsident Peter Kürsteiner begrüssen. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Aline Sonderegger aus Heiden an der Geige und Silvio Kolb aus Waldstatt am Hackbrett.

Lebendiges Brauchtum dank Frauen

Dass das Brauchtum im Appenzellerland lebendig sei, sei auch den Frauen zu verdanken, die im Hintergrund die Männer tatkräftig unterstützten, sagte Chläus Hörler. Er dankte Kuratorin Ursula Karbacher, Kuratoriumsmitarbeiter Wälti Frick und Geschäftsführerin Monika Steingruber für ihr Engagement, damit im Brauchtumsmuseum in Urnäsch einmal mehr eine sehenswerte Sonderausstellung präsentiert werden könne.

Museumskuratorin Ursula Karbacher ging an der Vernissage kurz auf die Entstehung der Sonderausstellung im Zusammenhang mit dem Jubiläum 50 Jahre Frauenstimmrecht ein. Die interessanten Schilderungen der Frauen über ihre Arbeit hätten sie beeindruckt und ihr deutlich gemacht, dass es für das gelebte Brauchtum auch die engagierte Unterstützung der Frauen brauche.

Frauen wirken im Hintergrund

In den Hauptrollen des Brauchtums in Ausserrhoden agieren grundsätzlich Männer, der Beitrag der Frauen ist von Aussen kaum ersichtlich. Im Hintergrund verrichten die Frauen grundlegende Tätigkeiten. An den Brauchtumstagen übernehmen sie zu den eigenen Aufgaben in Haus und Hof die Arbeiten der Männer sowie das zusätzliche Bewirten von Chläusen, Sennen oder anderen Gästen. So viel ist bekannt.

Doch wie nehmen die Frauen selbst diese hektischen und intensiven Brauchtumstage wahr? In der Sonderausstellung im Brauchtumsmuseum geben acht Urnäscherinnen – Mirjam Jäger, Vroni Zellweger, Judith Eugster, Käthi Diem, Lucia Oertle, Vreni Rechsteiner, Sabine Frick und Lydia Alder – Einblick in ihre Arbeit und schildern, wie sie diese Tage erleben. Beleuchtet werden die Alpfahrt, die Viehschau, das Silvesterchlausen und die Urnäscher Streichmusik. Anhand von Texten, Fotos und persönlichen Objekten zeigen die Porträts auf, wie wichtig ihr Engagement für das Fortbestehen des Brauchtums als lebendiges Kulturerbe ist. (pd)